Filipče kündigt neues Antikorruptionsgesetz nach estnischem Modell an: Digitalisierung und eines Tages Premier
08.05.2026
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Am 7. Mai 2026 um 18:00 Uhr nahmen Polizisten der OVR Kičevo D.S. (65) aus Kičevo fest. Bei den per Gerichtsbeschluss durchgeführten Durchsuchungen seines Hauses und der Nebenräume in Kičevo und im Dorf Popoec wurden zwei Gewehre und Munition verschiedener Kaliber gefunden und beschlagnahmt.
Der Mann wurde auf der Polizeiwache festgehalten, nach vollständiger Dokumentation des Falls wird gegen ihn eine entsprechende Anzeige erstattet. Das ist die Standardformulierung der Polizeiberichterstattung. Die Frage ist - was steckt dahinter?
Mazedonien hat ein jahrzehntelanges Problem mit illegalen Waffen. Nach dem Zerfall Jugoslawiens und in den 90ern blieben Tausende Schusswaffen in den Wohnungen der Bürger zurück, versteckt in Kellern, Schuppen, Dachböden. Behörden haben über Jahre hinweg durch verschiedene Inspektionen versucht zu registrieren, was illegal ist, aber der Erfolg ist nur partiell. Der Fall Kičevo ist Teil dieses größeren Bildes - 65-jähriger, zwei Gewehre, Munition. Klassisches Profil eines Besitzers aus einer Generation, die glaubte, eines Tages werde man diese Waffen brauchen.
Wenn die Polizei an zwei verschiedenen Orten durchsucht, bedeutet das eines: Sie hatte präzise nachrichtendienstliche Informationen. Die Waffen wurden nicht zufällig gefunden. Die Frage, die die Polizei offiziell nicht beantworten wird, lautet - wer ist die Quelle des Hinweises? Ein Nachbar? Ein Familienmitglied? Vielleicht ein Verkauf, den jemand abgeschnitten hat?
Kičevo, als Teil Westmazedoniens, ist eine Region mit Potenzial für solche Fälle wegen der Nähe zu Grenzgebieten. Illegale Waffen sind dort keine Überraschung. Aber die Frage ist, ob eine systematische Polizeikampagne mehr aufdecken könnte als das, was jetzt aufgedeckt wird - zufällig, nach einem Hinweis, in einer einzelnen Razzia. Vorerst sieht es so aus, als arbeitete Mazedonien weiterhin nach dem Prinzip „Reaktion", nicht „Prävention".
Für den Nachbarn dieses Mannes in Kičevo bedeutet das vielleicht etwas Praktisches. Weniger Waffen in der Nachbarschaft heißt weniger Risiko. Aber für das Land sind solche Fälle eine Erinnerung daran, wie groß die stille Reserve illegal bewaffneter Zivilisten ist - eine Reserve, die in Krisenmomenten sehr gefährlich werden könnte.
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