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VLEN am 9. Mai: 850 Delegierte, fünf Parteien werden eine, und ein neues Kapitel für Mazedoniens albanischen politischen Block

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Am 9. Mai, dem Europatag, findet in Skopje der Vereinigungskongress der Koalition VLEN statt. Die fünf albanischen politischen Subjekte, die den Koalitionsblock bildeten, werden offiziell zu einer politischen Partei. 850 Delegierte werden auf dem Kongress erwartet - das macht ihn zu einer der größten politischen Konsolidierungen innerhalb des albanischen politischen Korpus in Mazedonien seit Jahren.

„Als VLEN gegründet wurde, glaubten nicht alle, dass diese Reise bis hierher führen würde", heißt es aus der Koalition. „Es gab welche, die Spaltung, Erschöpfung und Misserfolg erwarteten. Es gab andere, die offen daran arbeiteten, dass diese Vereinigung nie zustande kommt." Rhetorik, die andeutet: einfach war der Prozess nicht. Übersetzt: Es gab innere und äußere Versuche, die Koalition zu brechen - und sie hielt.

VLENs Hauptargument ist simpel: Fragmentierung des albanischen politischen Blocks bringt keine Siege. „Albaner gewinnen nicht, wenn die Politik zersplittert, sondern wenn Energie und Vertretung sich vereinen und organisieren." Ein Argument, das Politiker des albanischen Blocks früher schon vorbrachten, aber nie in die Praxis umsetzen konnten. DUI war jahrzehntelang dominant, dann übernahm VLEN diese Rolle. Jetzt konsolidiert sich VLEN zu einem einzigen Subjekt.

Was bedeutet das für Mazedoniens politische Landschaft? Erstens: mehr Gewicht bei Koalitionsverhandlungen. Eine einzige geeinte Partei mit 850-Delegierten-Basis kann Bedingungen wirksamer durchsetzen als fünf getrennte Parteien mit gemeinsamer Position. Zweitens: möglicher Verlust an Vielfalt. Solange der albanische politische Korpus auf mehrere Subjekte verteilt war, hatten Bürger mehr Optionen. Eine Partei bedeutet eine politische Linie.

Für einen Balkan-Leser ist das kein neues Muster. Ähnliche Prozesse der „nationalen Blockkonsolidierung" gab es im Kosovo (mit Parteien, die aus Kriegsbewegungen entstanden), in Albanien (mit den Konstellationen um Edi Rama) und in Bosnien (mit den nationalistischen Blöcken). Die Frage, die Politiker selten stellen: Ist Vereinigung immer Fortschritt, oder manchmal auch das Verschließen von Alternativen?

Eines steht fest. Am 9. Mai, dem Europatag, wird in Skopje ein neues Kapitel der albanischen Politik Mazedoniens geschrieben. Ob dieses Kapitel von Erfolg oder von inneren Spannungen geprägt sein wird - das entscheiden die Menschen, die morgen den Kongress betreten, und die Entscheidungen, die sie mit ihren 850 Stimmen treffen.