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Anführer der Levica-Jugend bei Handballspiel verhaftet: Palästinenserflagge als Strafsache?

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Andrej Kuculovski, Vorsitzender der Jugendorganisation der Levica, wurde von der Polizei in Skopje festgenommen. Der Grund - beim Handballspiel zwischen Mazedonien und Israel, im Rahmen der Schulweltmeisterschaft im Handball im Sportzentrum "Jane Sandanski", hatte er eine Palästinenserflagge gehisst.

Das Innenministerium bestätigte offiziell - "A.K. (28) hat die Flagge Palästinas gehisst". Die Levica reagierte in scharfem Ton. "Wie ein schwerer Krimineller wurde der Vorsitzende der Roten Jugend festgenommen", erklärten sie und behaupteten, die Intervention sei "übermäßige Gewaltanwendung" gewesen.

Eine Flagge zu hissen - die offizielle Flagge eines Staates, anerkannt von über 130 Ländern in der UNO - stellt in keinem Rechtssystem, das Mazedonien anerkennt, eine Straftat dar. Aber in einer konkreten Sportumgebung, gemäß den Regeln der FIFA und UEFA (und solche Regeln werden im Handball oft parallel angewendet), sind politische Botschaften in Stadien verboten. Das ist eine Realität.

Die andere Realität - die Selektivität bei der Anwendung dieser Regeln. In mazedonischen Stadien tauchen jede Woche politische Symbole auf. Albanische, rot-schwarze Fähnchen, nationalistische Botschaften, provokative Transparente. Die Polizei greift selten ein. Aber wenn es eine Palästinenserflagge ist - kommt die Reaktion sofort.

Die Levica kündigte die Nutzung "aller rechtlichen und institutionellen Mechanismen" an. In parlamentarischen Demokratien heißt das eine Reihe von Klagen, internationale Appelle und Pressekonferenzen. Die Frage ist, ob das zu einer politischen Diskussion über doppelte Standards bei der Anwendung der öffentlichen Ordnung führt, oder nur ein weiteres tägliches politisches Übel sein wird.

Für den breiteren Balkan - der Fall Kuculovski öffnet die Fragen auf der Rechnung im Sport: Wo endet Fankultur, wo beginnt politische Manifestation, und wer entscheidet hinter den Kulissen. Fragen so alt wie die Stadien.