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Locken ohne Glätteisen: Die „Curly“-Methode beginnt mit dem Verzicht auf Sulfate und endet ohne Kamm

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Locken ohne Glätteisen: Die „Curly“-Methode beginnt mit dem Verzicht auf Sulfate und endet ohne Kamm

Ganze Generationen von Mädchen verbrachten ihre Jugend mit Glätteisen und Föhn und kämpften gegen die eigenen Locken wie gegen ein Unwetter. Der Trend hat sich gedreht: Der natürliche Look ist in Mode, und lockiges Haar, das lange nicht einmal als Option galt, wird immer öfter mit Stolz getragen. Doch Locken sehen nicht von allein schön aus. Sie brauchen ein System.

Der erste Schritt ist der Schnitt. Friseure empfehlen einen Stufenschnitt, der Volumen ums Gesicht schafft, und danach ein Pflegeritual, das tief nährt, die Locke definiert, Frizz beruhigt und Austrocknung verhindert - bei einem Haartyp, der oft fein und brüchig ist.

Die „Curly“-Methode

Entwickelt hat die Methode Lorraine Massey, und sie beruht auf einem Prinzip: tiefe Feuchtigkeit. Lockiges Haar neigt von Natur aus zur Trockenheit. Es ist poröser, und die Spiralform verhindert, dass die natürlichen Öle der Kopfhaut von der Wurzel bis in die Spitzen gelangen. Schritt für Schritt angewendet, definiert die Methode die Locke, gibt ihr Glanz und verringert Haarbruch.

1. Sanft waschen. „Unsere Locken sind von Natur aus trocken und sollten nicht zusätzlich mit viel Salz ausgetrocknet werden. Sulfate heben die Schuppenschicht des Haares an wie Schleifpapier das Holz und reizen die Kopfhaut. Inhaltsstoffe wie Natriumlaurethsulfat können den Frizz zusätzlich verstärken“, erklärt Massey. Also: Shampoos mit milden Formeln.

2. Spülung. Sie hilft beim Entwirren, macht das Haar weich und verhindert Bruch beim Trocknen. Wer auch eine Maske benutzt, trägt sie vor der Spülung auf. So wird die Feuchtigkeit besser eingeschlossen.

3. Leave-in-Spülung. Produkte, die im Haar bleiben, sind bei dieser Methode entscheidend, weil sie die Feuchtigkeit länger halten.

4. Gel oder Schaum. Jetzt kommt die „Scrunch“-Technik: Das feuchte Haar wird in kleine Strähnen geteilt und dann von unten nach oben zusammengedrückt. So wird die Locke geformt, es entstehen Bewegung und natürlicher Glanz. Der Trick: Wenn das Haar zu trocknen beginnt, mit einer Sprühflasche Wasser erneut befeuchten.

5. Klug trocknen. Der Salon David Künzle ist eindeutig: „Locken sollten nicht ohne Diffusor getrocknet werden, ob mit dem Kopf nach unten oder oben, je nach gewünschtem Volumen. Seine Aufgabe ist es, den Luftstrom abzumildern, damit das Trocknen schonender und der Frizz geringer ist.“ Nach dem Trocknen: Finger weg. Je weniger man das Haar berührt, desto länger hält die Locke ihre Form.

Ohne Kamm, nur mit den Fingern

Für festliche Frisuren gilt dieselbe Regel. „Bei hochgestecktem Lockenhaar geht es darum, dass die Locke natürlich aussieht und nicht wie mit dem Lockenstab gemacht. Besser ist es, die natürliche Form herauszuholen, sie mit einem guten Diffusor zu trocknen und, wenn man eine gute natürliche Locke hat, sie mit den Fingern hochzustecken“, sagt Alberto Sangino, Stylist und Bildungsmanager bei Llongueras. Kämme und Bürsten sind tabu: Gearbeitet wird nur mit den Fingern, durch Halten, Anheben und Zwicken der Strähne dort, wo man Volumen will.

Die Ironie ist offensichtlich: Jahrzehntelang verkaufte die Industrie Glätteisen und Glättungsprodukte, jetzt verkauft sie Produkte für Locken. Der Unterschied: Diesmal bleibt das Haar wenigstens das eigene.