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Zwei Makedonier arbeiten in der Interpol-Zentrale - einer leitet ein globales Programm

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Zwei Makedonier arbeiten in der Interpol-Zentrale - einer leitet ein globales Programm

Während wir uns zu Hause oft beklagen, dass Makedonien nirgends bemerkt wird, arbeiten in der Zentrale von Interpol zwei Makedonier - und das nicht auf Nebenposten. Laut Interpol-Generalsekretär Valdecy Urquiza leitet einer von ihnen ein globales Programm für Flüchtige vor der Justiz, Vermisste und per Fahndung Gesuchte. Ein kleines Land, aber mit Leuten an großen Stellen.

Urquizas Botschaft ist Lob und Mahnung zugleich: „Die Größe eines Landes ist nicht entscheidend, sondern sein Potenzial, beizutragen." Mit dem Aufstieg der künstlichen Intelligenz und digitaler Zahlungen, so sagt er, löscht das Verbrechen die Grenzen vollständig aus und wird zu einer transnationalen Operation - womit die globale Zusammenarbeit zwischen Polizeibehörden wichtiger ist als je zuvor. Der Kriminelle von heute agiert mit einem Klick über Grenzen hinweg; die Polizei muss ihn auf demselben Terrain einholen.

Das Ausmaß ist enorm. Die zentralen Datenbanken von Interpol enthalten über hundert Millionen Datensätze von Polizeibehörden weltweit und werden täglich millionenfach abgefragt. Gibt die makedonische Polizei eine gesuchte Person ein, gleicht das System sie automatisch mit Grenzkontrollen und Passagierlisten weltweit ab. Das ist eine Macht, die keine nationale Polizei allein hat - und genau deshalb ist die Mitgliedschaft etwas wert.

Die makedonische Polizei ist aktives Mitglied und beteiligt sich an Operationen gegen Drogen-, Menschen- und Waffenhandel, und im vergangenen Jahr trat die Polizeiakademie dem globalen Ausbildungsnetzwerk von Interpol bei. All das klingt ermutigend - doch einen realistischen Gedanken sollte man behalten. Die Zusammenarbeit mit Interpol ist ein Werkzeug, keine Garantie; sie ist genau so viel wert, wie die heimischen Institutionen daraus machen. Zugang zum größten Polizeinetzwerk der Welt zu haben, während zu Hause Fälle jahrelang liegen bleiben, wäre eine verpasste Chance. Das Werkzeug ist da. Die Frage ist, ob es genutzt wird.