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Das Parlament begeht den 11. Juli - den Gedenktag für den Völkermord in Srebrenica

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Das Parlament begeht den 11. Juli - den Gedenktag für den Völkermord in Srebrenica

Anlässlich des 11. Juli - des Internationalen Gedenktags für den Völkermord in Srebrenica - findet heute im Parlament eine Gedenkveranstaltung statt. Sie wird in der Halle „Boris Trajkovski" abgehalten, zu Ehren der Opfer eines der dunkelsten Verbrechen auf europäischem Boden seit dem Zweiten Weltkrieg.

Srebrenica ist für den Balkan keine ferne Geschichte - es ist eine Wunde, die die Region noch immer trägt. Dreißig Jahre später bleibt das Gedenken nicht, um alte Spaltungen neu zu entfachen, sondern genau aus dem Gegenteil: um das Vergessen nicht zuzulassen, das der erste Schritt zur Wiederholung ist. Völker, die sich ihrer Vergangenheit nicht stellen, sind dazu verurteilt, sie erneut zu durchleben.

Dass das Parlament diesen Tag begeht, ist eine Handlung von Gewicht. Institutionelles Erinnern unterscheidet sich vom persönlichen - es ist die Botschaft eines Staates, dass er anerkennt, was geschehen ist, und auf der Seite der Opfer steht, nicht auf der des neutralen Schweigens. Auf dem Balkan, wo ein Teil der Politik noch immer vom Leugnen und Relativieren solcher Verbrechen lebt, hat eine solche Geste Gewicht.

Das Gedenken bringt niemanden zurück und ändert keine Tatsachen. Doch es leistet etwas Wichtiges - es hält die Erinnerung wach und gibt jenen eine Stimme, die nicht mehr sprechen können. Die Frage, die jedes solche Gedenken hinterlässt, gilt nicht der Vergangenheit, sondern der Zukunft: Haben wir wirklich etwas gelernt, oder verstehen wir es nur, uns einmal im Jahr schön zu erinnern und die übrige Zeit wegzuschauen?