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Mazedonien fällt auf Platz 45 der Pressefreiheit: Wirtschaftsdruck erstickt die Journalisten

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Mazedonien ist im Pressefreiheitsindex von Reporter ohne Grenzen für 2026 auf Platz 45 abgerutscht. Letztes Jahr - Platz 42. Vor zwei Jahren - 36. Ein Trend, der kein Zufall ist. Ein Trend, der alles darüber sagt, wie der Medienmarkt in diesem Land funktioniert.

Die Gesamtpunktzahl fiel von 70,44 auf 69,49. Unsere schwächste Kategorie: der Wirtschaftsindikator. Hier liegen wir mit 47,40 Punkten auf Platz 61 - die Grenze zwischen "problematisch" und "schwierig". Laut Bericht überleben "unabhängige Medien fast ausschließlich von ausländischen Spenden". Projektfinanzierung. Basisbetrieb, keine Entwicklung.

Was bedeutet das konkret? Ein Journalist in diesem Land kann nicht von seinem Gehalt leben. Das ist Statistik. Das weiß jeder mazedonische Journalist. Werbeagenturen haben Einfluss auf Redaktionen. Der öffentliche Rundfunk hat weder redaktionelle noch finanzielle Unabhängigkeit. Alles steht Punkt für Punkt im Bericht.

Die Regierung hat neue Gesetze eingeführt, die nationalen und lokalen Behörden erlauben, in Privatmedien Werbung zu schalten. Klingt harmlos. In der Praxis: Die Regierungspartei hat das Geld, um wohlwollendere Berichterstattung zu kaufen. Nicht direkt - indirekt, über Werbebudgets. Das alte Balkan-Modell, aufpoliert für 2026.

Zum Vergleich - Serbien liegt auf Platz 104 von 180. Größerer Sturz als bei uns, aber auch ein anderer Startpunkt. Die halbe Welt ist jetzt in einer "schwierigen" oder "sehr ernsten" Lage. Wir sind nicht allein. Aber das ist keine Ausrede - wenn das ganze Zimmer brennt, antworte nicht, dass es nur bei dir heiß ist.

Wer wird dafür geradestehen? Niemand. Der Minister für die Informationsgesellschaft wird erklären, man "arbeite an der Verbesserung des Mediensektors". Eine acht Jahre lange Liste solcher Aussagen. Und jedes Jahr fällt der Index. Die Frage, die man stellen sollte, ist einfach: Wessen Interessen dient ein solches Medienumfeld? Denn das öffentliche Interesse ist es nicht.