Skip to content

Erzbischof Stefan empfängt rumänische Kirchendelegation: 60 hohe Gäste im Kloster Sankt Panteleimon - internationale Normalisierung der MOK

1 Min. Lesezeit
Teilen

Eine Delegation der Rumänisch-Orthodoxen Kirche aus rund 60 hochrangigen Gästen besucht die Mazedonisch-Orthodoxe Kirche - Erzbistum Ohrid. Erzbischof Stefan empfing sie im Kloster Sankt Panteleimon in Skopje. Zuvor besuchte die Delegation das Kloster Bigorski. Davor waren sie in Strumica, Gastgeber war Metropolit Naum.

Wer kirchliche Angelegenheiten nicht verfolgt, übersieht leicht, dass dieser Besuch wichtiger ist, als er an der Oberfläche wirkt. Seit 2022, als die MOK-OE die kanonische Anerkennung durch das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel und die Serbisch-Orthodoxe Kirche erhielt, sind Besuche von Schwesterkirchen ein Akt der Legitimierung. Die rumänische Kirche ist eine der größten autokephalen Kirchen der orthodoxen Welt, mit etwa 16 Millionen Gläubigen. Wenn ihre Delegation Stefan besucht, ist das eine politische Aussage - nicht nur eine religiöse.

Der Kontext zählt. Die MOK-OE funktionierte jahrzehntelang ohne internationale Anerkennung. Die serbische Kirche erkannte sie nicht an. Konstantinopel auch nicht. Ein selbsterklärter Status, ohne formal-kanonische Grundlage. Seit 2022 hat sich der Status geändert. Seit 2023 - innerkirchliche Treffen. Seit 2024 - gemeinsame Liturgien. Seit 2026 - regelmäßige Delegationen von Schwesterkirchen. Das ist die Normalisierung eines Prozesses, der über 50 Jahre dauerte.

Erzbischof Stefan baut seine Position vorsichtig auf. Er bettelt nicht um Anerkennung, weicht aber den Schwesterkirchen auch nicht aus. Er empfängt die Gäste, ehrt sie und lässt die Fotografien die Geschichte erzählen. Das ist mehr diplomatische Arbeit als theologische. Aber in der orthodoxen Welt zählen Symbole. Ein einziges gemeinsames Foto im Kloster Sankt Panteleimon bedeutet etwas.

Für die Mazedonier ist das keine Schlagzeile. Die orthodoxe Kirche hat ihre eigenen Rituale und Protokolle. Aber dies ist Teil eines breiteren Prozesses, der Mazedoniens internationale Stellung verändert - nicht politisch, sondern kulturell-religiös. Wenn die mazedonische Kirche Teil der globalen Orthodoxie ist, bedeutet das, dass die mazedonische Kultur nicht isoliert ist. Das ist wichtig für die Diaspora. Wichtig auch für die nationale Identität derer in Mazedonien selbst.

Was bedeutet der Besuch für die Rumänen? Zusammenarbeit in der Bildung, in liturgischen Fragen, in bilateralen Programmen. Die rumänische Kirche hat Erfahrung mit der Arbeit in Ländern, in denen die Orthodoxie keine Nationalreligion ist. Sie verfügt über fertige Konzepte und Programme für den Dialog mit anderen Religionen. Mazedonien kann davon lernen. Nicht für heute oder jetzt, sondern für die kommenden Jahrzehnte, wenn religiöse Fragen immer häufiger im Gewebe öffentlicher Debatten auftauchen werden.