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Mazedonische Staats- und Kirchendelegation im Vatikan - Moleben am Grab des heiligen Kyrill in San Clemente

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Mazedonische Staats- und Kirchendelegation im Vatikan - Moleben am Grab des heiligen Kyrill in San Clemente

Eine mazedonische Staats- und Kirchendelegation unter Leitung des Parlamentspräsidenten Afrim Gashi nahm heute am Moleben in der Basilika San Clemente in Rom teil - dem Ort, an dem der heilige Kyrill begraben liegt. Den Gottesdienst leitete der Erzbischof von Ohrid und Mazedonien Seine Hochwürden Stefan. Anlass - der 24. Mai, der Tag der gesamtslawischen Aufklärer.

San Clemente ist kein gewöhnlicher Ort. Es ist eine der ältesten christlichen Basiliken Roms, mit drei Schichten: die obere aus dem 12. Jahrhundert, darunter eine Kirche aus dem 4. Jahrhundert, und darunter noch tiefer - ein Mithräum aus römischer Zeit. Der heilige Kyrill starb 869 in Rom und wurde genau hier, in der mittleren Schicht, beigesetzt. Für die mazedonisch-orthodoxe Welt ist das ein Heiligtum ersten Ranges.

Beim Gottesdienst sagte Erzbischof Stefan: „Euer Werk ist mit den Jahrhunderten nicht verschwunden. Euer Opfer trägt immer neue Früchte. Solange unser Volk besteht, werden eure Namen genannt." Poetische Worte für ein Werk, das einer ganzen slawischen Welt die Schriftlichkeit brachte - von der Adriaküste bis in die russische Tundra. Kyrill und Method schufen ein Alphabet, das heute noch von über 250 Millionen Menschen in Europa und Asien benutzt wird.

Als Staatsvertreter wird Gashi auch die päpstliche Basilika Santa Maria Maggiore besuchen, wo er einen Kranz an einer mazedonischen Gedenktafel aus dem Jahr 2015 niederlegt. Diese Tafel hält den Dank an Papst Adrian II. fest, der 868 die slawischen Bücher segnete - ein Akt, der den freien Gebrauch der slawischen Sprache in der Liturgie formal legitimierte. Ohne diesen päpstlichen Segen wäre das Werk Kyrills und Methods womöglich ein lokales Experiment geblieben.

Die Haltung bei diesem Besuch ist auch aus anderem Grund wichtig. Mazedonien hat sehr wenige gemeinsame Momente, in denen Regierung, Opposition und Kirche im selben Ton sprechen. Die Feier der slawischen Aufklärer ist einer davon. Bemerkenswert - jenseits von Parteistreit und ethnischen Debatten gibt es Themen, bei denen der Staat mit einer Stimme reden kann. Kyrill und Method, so zeigt sich, haben diese Fähigkeit noch immer - 1.150 Jahre nach ihrem Tod.