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Mindestlohn von 624 Euro: Mazedonien hinter Serbien und Montenegro, der Gewerkschaftswarenkorb kostet fast das Doppelte

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Mindestlohn von 624 Euro: Mazedonien hinter Serbien und Montenegro, der Gewerkschaftswarenkorb kostet fast das Doppelte

Luxemburg: 2.771 Euro Mindestbruttolohn. Mazedonien: 624 Euro. Das ist ein Unterschied von mehr als dem Viereinhalbfachen beim niedrigsten Lohn, den das Gesetz in einem europäischen Land zulässt.

Nach Eurostat-Daten für die zweite Jahreshälfte 2026 folgen hinter Luxemburg Irland mit 2.391 Euro, Deutschland mit 2.343, die Niederlande mit 2.338 und Belgien mit 2.234 Euro. In 15 europäischen Ländern liegt der Mindestbruttolohn unter 1.000 Euro.

In der Region sieht das Bild besser aus, weil es näher liegt. Serbien hat einen Mindestbruttolohn von 743 Euro. Montenegro 670. Mazedonien 624 Euro, also rund 421 Euro netto. Damit liegt das Land nominal hinter beiden Nachbarn.

Seit März 2026 beträgt der Mindestlohn hierzulande 38.507 Denar brutto. Mazedonien gehört zu den Ländern mit dem stärksten Anstieg des Mindestlohns in Europa zwischen Januar und Juli - ein Plus von 6,9 Prozent. Von 29 europäischen Ländern haben nur acht in diesem Zeitraum den Mindestlohn erhöht.

Der Anstieg ist real. Das Problem ist die sehr niedrige Ausgangsbasis. Sechs Komma neun Prozent auf 624 Euro sind etwas völlig anderes als sechs Komma neun Prozent auf 2.343 Euro. Prozentzahlen klingen mutig in einer Pressemitteilung; im Laden werden sie in Denar umgerechnet.

Und wie viele Denar braucht man? Laut dem Gewerkschaftsbund Mazedoniens erreichte der gewerkschaftliche Mindestwarenkorb im April 2026 einen Wert von 68.797 Denar, davon allein 26.085 Denar für Lebensmittel und Getränke. Der Mindestlohn liegt bei 38.507 Denar.

Das heißt: Wer den Mindestlohn bezieht, deckt etwas mehr als die Hälfte jenes Warenkorbs, den die Gewerkschaft als Existenzminimum ansieht. Der Durchschnittsbruttolohn, der als Bemessungsgrundlage für Beiträge dient, betrug im Januar 69.141 Denar - fast genau so viel wie der Warenkorb.

Richtig ist, dass ein Vergleich von Bruttobeträgen zwischen Ländern nicht das ganze Bild zeigt - Steuern, Abgaben und Preise sind überall verschieden. Aber wenn ein Mensch mit Mindestlohn nicht einmal den eigenen Warenkorb im eigenen Land decken kann, wird der Vergleich mit Luxemburg zweitrangig.