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Zweiter Tag Blockade bei Robovo: 50 Denar für die Ajvar-Paprika, oder der Anbau verliert seine Logik

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Zweiter Tag Blockade bei Robovo: 50 Denar für die Ajvar-Paprika, oder der Anbau verliert seine Logik

Den zweiten Tag in Folge war die Kreuzung bei Robovo blockiert. Paprikabauern aus Strumica, die die Sorte „kurtovska kapija” anbauen, fordern 50 Denar je Kilogramm erster Klasse - und sie räumen die Straße nicht, bis sie eine konkrete Antwort bekommen.

Die Forderung ist durchgerechnet, nicht aus der Luft gegriffen: erste Klasse 50 Denar, gemischt erste und zweite 40, zweite Klasse 20. Die Position der Bauern: Der diesjährige Preis für die Ajvar-Paprika darf nicht unter 45 Denar je Kilogramm fallen. Sie fordern außerdem im Voraus festgelegte Ankaufspreise, die für die gesamte Saison gelten, die Bezahlung gelieferter Mengen binnen drei Monaten und die Auszahlung von Subventionen, die aus der vorigen Saison offen geblieben seien.

Das ist keine Preisliste. Das ist der Versuch, im Voraus die Grenze zu ziehen, unterhalb derer die Produktion ihre ökonomische Logik verliert.

Die Bauern sagen, unter den aktuellen Ankaufsbedingungen deckten sie kaum ihre Kosten - Saatgut, Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz, Bewässerung und Arbeitskraft. Einer erzählte beim Protest, der Wind habe ihm über 30 Gewächshäuser zerstört, in denen er Paprika anbaut.

Der Verkehr Richtung Robovo, Murtino und Bansko wurde jeweils zwei Stunden unterbrochen und umgeleitet. Organisiert wurde der Protest vom Verband aus Murtino.

Was man auf der Straße sieht, ist eine Blockade. Was darunter liegt, ist etwas anderes. Der Erzeuger geht mit bekannten Kosten und einem unbekannten Preis für die eigene Arbeit in die Saison. Kraftstoff, Dünger, Saatgut und Löhne werden im Voraus zu Marktpreisen bezahlt. Den Preis der Paprika erfährt er am Ende, an der Annahmestelle, wenn es keinen Weg zurück mehr gibt.

Der Landwirtschaftsminister wurde zu einem Treffen mit Erzeugern, Aufkäufern und Verarbeitern angekündigt. Das ist das Muster, das sich jede Saison wiederholt: Straße blockiert, Treffen angesetzt, irgendeine Vereinbarung erzielt - und im nächsten Jahr stehen dieselben Leute an derselben Kreuzung.

Mazedonien spricht jeden Herbst über Ajvar als nationale Identität. Die Frage, die selten gestellt wird: Was kostet diese Identität den Menschen, der die Paprika pflanzt - und warum gibt es nach so vielen Jahren immer noch keinen Mechanismus, der ihm vor der Aussaat sagt, was er verdienen wird?