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Gold bei 4.300 Dollar: Das Metall, das alle sicheren Hafen nennen, liegt 20 Prozent unter dem Januar-Rekord

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Gold bei 4.300 Dollar: Das Metall, das alle sicheren Hafen nennen, liegt 20 Prozent unter dem Januar-Rekord

Gold erreichte heute 4.300 Dollar je Unze, den höchsten Stand seit sieben Wochen, bevor es sich bei rund 4.260 einpendelte. Vierter Handelstag in Folge im Plus. Der Grund liegt nicht im Gold - der Grund ist, dass der amerikanische Arbeitsmarkt abrutscht, und der Dollar mit ihm.

Der Dienstleister ADP meldete eine deutliche Abschwächung der Einstellungen im Privatsektor im Juli, wobei der größte Teil der neuen Stellen im Gesundheitswesen entstand. Das ist eine Angabe, die man festhalten sollte. Wenn eine Volkswirtschaft überwiegend in Krankenhäusern Stellen schafft, ist das kein Zeichen von Wachstum, sondern von Demografie.

Der schwächere Arbeitsmarkt dämpfte die Erwartung, die Federal Reserve werde im September die Zinsen anheben. Steigen die Zinsen nicht, wird Gold - das keine Rendite bringt - attraktiver. Der Dollarindex hielt sich nahe dem Zweimonatstief von 99,66 Punkten.

Der japanische Teil der Geschichte

Der Dollar steht auch nach der gemeinsamen Intervention der USA und Japans zur Stärkung des Yen in der Vorwoche unter Druck. Medienberichten zufolge verkaufte Japan US-Staatsanleihen im Wert von knapp 60 Milliarden Dollar, um die Intervention zu finanzieren, während die amerikanischen Yen-Käufe über Euro-Verkäufe finanziert wurden.

Sechzig Milliarden Dollar an Anleihen verkauft, um eine Währung zu verteidigen. An den Märkten bedeutet diese Zahl eines: Jemand beginnt, Reserven auszugeben, um das Bild zu halten.

Zusätzliche Unterstützung für den Preis kam von der Zuversicht, dass Iran und Oman kurz vor einer Vereinbarung zur Wiederöffnung der Straße von Hormus stehen. Geschieht das, dürften die Spannungen im Nahen Osten und der Inflationsdruck durch hohe Energiepreise nachlassen.

Trotz des Anstiegs liegt Gold weiterhin mehr als 20 Prozent unter dem Rekordniveau von 5.589 Dollar je Unze, erreicht Ende Januar. Das ist also kein neuer Rekord - das ist eine Erholung nach einem Absturz.

Wer die Januar-Euphorie um Gold verfolgt hat, kann die Differenz jetzt ausrechnen. Das ist die Lehre, die sich in jedem Zyklus wiederholt: Das Metall, das alle „sicheren Hafen" nennen, kann durchaus um ein Fünftel fallen und ein halbes Jahr lang nicht zurückkommen.