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Eine Milliarde Dollar für Kernreaktoren, die noch gar nicht produziert werden: Valar ist 6 Milliarden wert, die Fabrik ist ein Versprechen

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Eine Milliarde Dollar für Kernreaktoren, die noch gar nicht produziert werden: Valar ist 6 Milliarden wert, die Fabrik ist ein Versprechen

Ein Start-up, das Miniatur-Kernreaktoren baut, hat in einer einzigen Runde eine Milliarde Dollar eingesammelt. Nicht für einen Reaktor, der läuft und Strom verkauft - für eine Fabrik, die sie erst noch herstellen soll. Es geht um Valar Atomics, die Runde führt Sequoia an, deren Partner Shaun Maguire in den Verwaltungsrat des Unternehmens einzieht.

Neben dem Eigenkapital sicherte sich die Firma eine Kreditlinie über 200 Millionen Dollar von Erebor und weiteren Banken. Die Bewertung wurde nicht offiziell genannt, laut Bloomberg geht es jedoch um 6 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Das ist eine Firma, deren Produkt noch nicht in Serie hergestellt wird.

Was sie bauen, heißt kleine modulare Reaktoren - die Idee ist, das Kraftwerk wie jedes andere Produkt in einer Fabrik zusammenzusetzen, statt es jahrelang vor Ort zu errichten. Funktioniert es, bekommt man etwas Billigeres und Schnelleres als ein klassisches Kernkraftwerk. Funktioniert es nicht, bekommt man ein sehr teures Ersatzteillager.

Bislang haben sie etwas mehr als eine Präsentation. Im Juni, sagen sie, habe ihr Reaktor Ward 250 ein Nvidia-System mit Blackwell-Chips versorgt, und mit demselben Konzern vereinbarte man den Bau einer 30-Megawatt-Anlage für künstliche Intelligenz, die ohne Wasser auskommt. Das ist ein konkretes Ergebnis, keine Folie.

Gründer und Chef Isaiah Taylor erklärte das Tempo mit Zahlen: „Es dauerte zwei Jahre, den NOVA-Kern fertigzustellen. Es dauerte sieben Monate, bis Ward 250 kritisch wurde. Mit jedem gebauten Reaktor verkürzt sich der Takt, bis Valar Dutzende, dann Hunderte, dann Tausende Reaktoren pro Jahr produziert.”

Tausende Reaktoren pro Jahr. Ein Satz, den man zweimal lesen sollte. Und genau dafür haben die Investoren bezahlt - nicht für die bereits vergangenen sieben Monate, sondern für die Kurve, die verspricht, dass es beim nächsten Mal schneller geht.

Valar ist in diesem Rennen nicht allein. Antares sammelte zuletzt 470 Millionen Dollar ein, X-energy holte per Börsengang eine Milliarde. An Valars Runde beteiligten sich auch Point72, Valor Equity Partners, Atreides Management, Riot Ventures und weitere Fonds.

Geld für Kernenergie gibt es plötzlich überall, und das ist kein Zufall - KI-Rechenzentren verbrauchen Strom in einem Tempo, das die bestehenden Netze nicht aushalten, also muss ihn jemand erzeugen. Die Frage, die in den Mitteilungen selten gestellt wird: Wer trägt das Risiko, wenn aus all diesen Milliarden am Ende ein paar Prototypen und eine sehr lange Warteschlange für Genehmigungen werden?