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Sonnencreme allein reicht nicht: Ein Apotheker benennt den Schritt, den im Sommer fast niemand macht

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Sonnencreme allein reicht nicht: Ein Apotheker benennt den Schritt, den im Sommer fast niemand macht

Jeden Sommer dieselbe Geschichte: Man quält sich mit Sonnencreme, versteckt sich vor der Sonne - und im September findet man erneut einen Fleck, den es im Juni nicht gab. Der Apotheker Hector Nunez sagt, es fehle ein Schritt, den fast niemand macht - und das ist kein weiterer Lichtschutzfaktor.

„Wenn im Sommer etwas Pflicht sein sollte, dann neben dem Sonnenschutz die Verwendung von Antioxidantien”, sagt er. Nicht statt der Creme. Zusammen mit ihr.

Warum die Creme allein nicht genügt

Die Logik ist einfacher, als sie klingt. UV-Strahlung erzeugt freie Radikale in der Haut, und diese sind es, die sie schädigen und zur Entstehung von Flecken beitragen. Der Sonnenschutz blockiert einen Teil der Strahlung. Was durchkommt - und es kommt immer etwas durch - erzeugt Radikale, die die Creme nicht neutralisieren kann.

Genau hier kommen die Antioxidantien ins Spiel. Nunez erklärt, dass sie auf der Haut aufgetragen höhere Konzentrationen erreichen als bei oraler Einnahme und doppelt wirken: Sie neutralisieren freie Radikale und bieten zusätzlichen Lichtschutz. Er nennt sie „die erste Verteidigungslinie gegen das Entstehen von Flecken”.

Die Dermatologin Iratxe Diaz geht einen Schritt weiter und nennt das ganze Protokoll: „Am wirksamsten ist das Trio aus Lichtschutz plus Antioxidantien plus Zellerneuerung.” Das Erste blockiert, das Zweite neutralisiert, das Dritte stellt die Zellfunktion wieder her.

Was die Industrie nicht bewirbt

Den zweiten Teil des Rats findet man auf keiner Verpackung, denn auf Verpackungen steht nie „kauf nichts”.

Die Apothekerin Marta Ortega sagt, „die Gesundheit der Haut hängt nicht nur davon ab, was man aufträgt. Die Ernährung wirkt sich direkt auf Gesundheit und Alterung der Haut aus.” Die Liste, die sie empfiehlt, ist kostenlos und liegt auf jedem Markt: intensiv gefärbtes Obst - Zitrusfrüchte, Heidelbeeren, Blattgemüse, Tomaten, Karotten wegen der Karotinoide, Olivenöl, Walnüsse und Mandeln wegen Vitamin E, reiner Kakao und grüner Tee wegen der Polyphenole.

Man beachte, was auf dieser Liste fehlt: irgendetwas, das vierzig Euro kostet.

Wenn der Fleck schon da ist

Die Dermatologin Diaz unterscheidet zwei Typen. Lentigines sind kleine Flecken, die direkt mit Sonnenexposition zusammenhängen und gut auf Kryotherapie und Laser ansprechen. Melasma hängt mit Hormonen zusammen und wird mit depigmentierenden Präparaten behandelt, der Laser bleibt hartnäckigen Fällen vorbehalten.

Der Unterschied ist wichtig, denn wer Melasma wie ein Lentigo behandelt, kann es verschlimmern. Deshalb ist der Rat „Laser gegen Flecken” aus dem Internet nutzlos, solange man nicht weiß, womit man es zu tun hat.

Was realistisch machbar ist

Wenn man aus all dem eine Sache mitnehmen soll, dann diese: Das Antioxidans kommt morgens unter die Sonnencreme, nicht an ihre Stelle. Das ist ein zusätzlicher Schritt in einer Routine, die die meisten ohnehin haben.

Der Rest - das intensiv gefärbte Obst, Walnüsse, Olivenöl, grüner Tee - liegt bereits auf unserem Tisch, nur nicht als Entscheidung. Und Klinikbehandlungen und Seren für vierzig Euro sind immer die letzte Option, nicht die erste, so sehr die Werbung auch das Gegenteil nahelegt.