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Die Jacht des sanktionierten Oligarchen passierte Hormus problemlos: Sanktionen sagen das eine, die Realität das andere

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Die Jacht von Alexej Mordaschow - einem der reichsten Russen mit einem Vermögen von 37 Milliarden Dollar - passierte am 25. April ungestört die Straße von Hormus. Mordaschow steht auf den Sanktionslisten der USA, der EU und Großbritanniens. Seine 142 Meter lange Jacht ist sanktioniert. Die Straße von Hormus ist für iranische Exporte gesperrt. Und doch - sie ist durchgefahren. Ohne Hindernis.

Parallel dazu kommentierte Bundeskanzler Friedrich Merz, „eine ganze Nation wurde gedemütigt" - bezogen auf die Art, wie die iranische Seite die Verhandlungen mit den amerikanischen Diplomaten führte. Iran legte einen dreistufigen Friedensplan vor: zunächst Waffenstillstand und Garantien, dann die Öffnung der Meerenge, dann Verhandlungen zum Atomprogramm. Trump lehnte den Vorschlag ab.

Die Lage ist wirtschaftlich kritisch für Iran: Laut Bloomberg verfügt das Land nur über 12 bis 22 Tage Rohölreserven, infolge der US-Blockade, die die Exporte um 70 % gesenkt hat. Millionen Iraner haben ihre Arbeit verloren. Die Inflation liegt bei rund 70 %, und der IWF erwartet einen BIP-Rückgang von 6,1 % in diesem Jahr. BP hat im gleichen Zeitraum doppelte Gewinne gemeldet - hohe Ölpreise spielen ihnen in die Hände.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnte vor einem „gefährlichen Präzedenzfall" und betonte, dass die Blockade die asiatisch-pazifische Region hart treffe, durch die ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Lieferungen geht. Für den Balkan bedeutet jede Eskalation teurere Treibstoffe - nicht morgen, sondern bereits jetzt.