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Washington warnt britische und baltische Verbündete: Mit großen Verzögerungen bei den Waffenlieferungen rechnen - der Iran-Krieg hat die Reserven aufgezehrt

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Washington hat seine europäischen Verbündeten - Großbritannien, Polen, Litauen, Estland - leise gewarnt, dass die Lieferung amerikanischer Waffen erheblich verzögert wird. Der Grund - der Krieg gegen den Iran zehrt die amerikanischen Militärreserven schneller auf als erwartet. Wenn man Ihnen über den Atlantik etwas verspätet liefert, wofür Sie bezahlt haben, heißt das eines: Die amerikanischen Lager sind leer, und nun wird entschieden, wer wartet.

Gleichzeitig hat das Außenministerium in den letzten 9 Wochen seit Beginn des US-israelischen Krieges mit dem Iran und drei Wochen nach der Waffenruhe Militärverkäufe in Höhe von über 8,6 Milliarden Dollar genehmigt - aber für nahöstliche Verbündete. Israel, Katar, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate. Die bekommen die Waffen sofort. Europa wartet.

Das Verfahren zählt. Die Regierung hat den Kongress bei der Genehmigung der Nahost-Verkäufe umgangen. Außenminister Marco Rubio rief eine „Notlage" aus, die dringende Verkäufe erfordert, und wies das Prüfverlangen des Kongresses zurück. Übersetzt: Die amerikanischen Institutionen demokratischer Kontrolle werden inzwischen als Hindernis betrachtet, nicht als Partner. Und das ist der Prozess, der am wenigsten kommentiert wird - und am meisten bedeutet.

Was das für Europa bedeutet. Erstens - ein Signal. Wenn Sie für Waffen bezahlt haben und sie nicht rechtzeitig kommen, ist das nicht nur Logistik. Es ist eine Botschaft, dass Ihre Sicherheit zweitrangig ist. Bei einer Eskalation in der Ukraine, bei einem Angriff auf einen baltischen Staat, bei der Notwendigkeit einer schnellen Reaktion - die Reserven, die Polen und Estland für sich eingeplant hatten, sind nicht da. Sie sind in nahöstliche „Notfälle" umgeleitet worden.

Der Balkan ist in einer anderen Position, aber nicht ausgenommen. Mazedonien und Albanien sind NATO-Mitglieder. Das heißt: Sie hängen genauso von amerikanischen Waffen und Logistik ab. Wenn die Waffen für Polen - seit 1999 in der NATO und ein strategischer Punkt - sich verspäten, was glauben wir, passiert mit den mazedonischen und albanischen Bedürfnissen? Wir sind am Ende der Schlange - und die Schlange ist gerade länger als üblich.

Das Paradox ist klar: Trump verkauft Waffen an jene, die ihn finanzieren - die nahöstlichen Monarchien. Europa, das mit öffentlichen Haushalten und unter demokratischer Kontrolle kauft, wartet. Der Balkan, der wenig kauft und in Krisenlagen mit eigenem Blut zahlt, wird gar nicht erwähnt.