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Athen vom Generalstreik lahmgelegt, in Paris 100.000 auf der Straße zum 1. Mai - auf dem Balkan verlierst du den Job, wenn du zum Protest gehst

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Ganz Europa ging am 1. Mai auf die Straße. In Athen - ein 24-stündiger Generalstreik mit Stillstand des öffentlichen Verkehrs. In Paris - Massenproteste mit mehr als 100.000 Teilnehmern. In Berlin, Madrid, Brüssel - Demonstrationen für höhere Löhne, mehr soziale Rechte und mehr Anerkennung der Arbeit. In Mazedonien - 260.000 Beschäftigte unter 600 Euro, und eine einzige SSM-Kundgebung, zu der nur ein paar Tausend kamen, um zu schreien.

Besonders Griechenland war gelähmt. Die größten Gewerkschaften im öffentlichen und privaten Sektor riefen den Streik aus - Züge, Metro, Schulen, Zoll - alles stand still. Der öffentliche Verkehr in Athen fuhr den ganzen Tag nicht. Touristen, die den Feiertag nutzen wollten, lasen am Hoteleingang eine neue Botschaft: „Heute Streik, Sie kommen nicht zur Akropolis hinauf".

In Paris wurden die Demonstrationen von CGT und FO organisiert - den beiden großen französischen Gewerkschaften. Thematisch - sie forderten eine Anhebung des Mindestlohns über 1.700 Euro netto pro Monat und die Rückkehr des Renteneintrittsalters auf 62. Die französische Polizei war präsent, mit einzelnen Vorfällen, aber ohne große Zusammenstöße. Das ist um einige Grade zivilisierter als Istanbul.

In Spanien, Italien, Deutschland - dasselbe Bild. Andere Formen, andere Forderungen, aber dieselbe Basis: Arbeit in Europa wird geschätzt, aber unterbezahlt. Mit der Energieinflation, mit teureren Lebenshaltungskosten, mit unsichtbar steigenden Mieten sinkt die reale Kaufkraft, und die Arbeiter wissen: Der einzige Weg, das zu sagen, ist die Straße.

Der Balkan dagegen nicht. Wir haben symbolische Versammlungen in Skopje, Sofia, Zagreb - aber ohne Masse. In Mazedonien hatte die SSM-Demonstration ein paar Tausend. Von 260.000 Beschäftigten, die unter 600 Euro leben, kamen ein paar Tausend, um zu schreien - die anderen 250.000 arbeiten oder fragen sich, wie sie die Stromrechnung zahlen. Das ist nicht Desinteresse. Das ist Angst. Wenn ein Arbeiter weiß, dass der Gang zum Protest den Job kostet, geht er nicht. Und genau das trennt westliche von balkanischen Arbeitnehmern - nicht die Macht der Gewerkschaft, sondern das Recht, ohne Folgen zu protestieren.