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Moskau droht, die Adressen von Fabriken in Kanada zu veröffentlichen - und nennt sie legitime Ziele

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Moskau droht, die Adressen von Fabriken in Kanada zu veröffentlichen - und nennt sie legitime Ziele

Russland hat angekündigt, die Adressen von Anlagen in Kanada zu veröffentlichen, die nach seiner Behauptung Drohnen für die Ukraine herstellen oder montieren. Hinter dem diplomatischen Vokabular verbirgt sich etwas weit Direkteres - die Botschaft, dass Moskau diese Standorte als legitime militärische Ziele betrachtet.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte, Moskau werde „Kanadas Beteiligung an der Versorgung der Ukraine mit unbemannten Fluggeräten nicht ignorieren“. Ihr zufolge handle es sich um „einen Teil der Militärinfrastruktur, die direkt für die Front arbeitet“, nicht um gewöhnliche Industriekapazitäten. Russland behalte sich, fügte sie hinzu, das Recht auf eine „entsprechende Antwort“ auf die Schritte Ottawas vor.

Die Logik ist klar und in ihrer Einfachheit erschreckend: Wenn eine Fabrik Waffen herstellt, die gegen russisches Gebiet eingesetzt werden, hört diese Fabrik in russischer Lesart auf, ein ziviles Objekt zu sein. Dieselbe Taktik hat Moskau bereits bei europäischen Unternehmen angewandt - die Drohung, Adressen zu veröffentlichen, ist eine Form von Druck an der Grenze zwischen Diplomatie und offener Drohung.

Es lohnt sich, daran zu erinnern, was hier Tatsache und was Rhetorik ist. Tatsache ist, dass Kanada der Ukraine tatsächlich hilft - Ausbildung, Munition, Ausrüstung, Drohnen. Die Rhetorik ist der russische Rahmen, dass Ottawa dadurch ein legitimes Ziel geworden sei. Zwischen diesen beiden Dingen liegt ein gewaltiger rechtlicher und moralischer Unterschied, den Moskau bewusst verwischt. Minister Sergej Lawrow ging noch weiter und behauptete, der Westen habe die europäischen Sicherheitssysteme „beerdigt“, seit er die Rüstungskontrollverträge aufgegeben habe.

Für den Balkan, der nur zu gut weiß, was es bedeutet, wenn zivile Objekte zu „legitimen Zielen“ werden, sind solche Aussagen nicht nur ferne Nachrichten von der Ostfront. Sie sind eine Erinnerung daran, wie leicht die Sprache des Krieges die Grenzen des Erlaubten verschiebt - zuerst in Worten und dann, wenn niemand reagiert, auch in Taten.