Skip to content

Iran stoppte Tanker in Hormus: die Botschaft ging nicht an die Schiffe, sondern an die Versicherer

1 Min. Lesezeit
Teilen
Iran stoppte Tanker in Hormus: die Botschaft ging nicht an die Schiffe, sondern an die Versicherer

Irans Revolutionsgarde teilte mit, sie habe am frühen Morgen zwei Öltanker in der Straße von Hormus getroffen und gestoppt. Vier weitere hätten laut derselben Mitteilung rasch den Kurs geändert und seien umgekehrt.

Die Begründung ist der Teil, den man aufmerksam lesen sollte. Die Garde behauptet, die Tanker seien auf einer „unsicheren und illegalen Route“ unterwegs gewesen, auf einem nicht gemeldeten Weg, unter Luftbegleitung des amerikanischen Militärs - weil sie, wie es in der Mitteilung heißt, „glaubten, sie könnten“ unter dem Einfluss des US-Zentralkommandos passieren.

In derselben Mitteilung führt die Garde an, sie habe in der Nacht zuvor alle Reedereien und Versicherungsgesellschaften informiert, die Mitteilungen des amerikanischen Kommandos zu ignorieren.

Das ist keine Botschaft an die Schiffe

Eine Botschaft an Versicherungshäuser sendet man nicht, um die Schifffahrt zu schützen. Man sendet sie, weil die Versicherung der Ort ist, an dem alles entschieden wird. Bewertet ein Versicherer eine Route als riskant, springt die Prämie, und manche Gesellschaften decken sie schlicht nicht mehr. Der Tanker wird dann nicht von einer Rakete gestoppt - er wird von einem Dokument gestoppt.

Die Straße von Hormus ist der engste Flaschenhals des weltweiten Ölhandels. Jeder Zwischenfall in diesen Gewässern hebt das Risiko, und Risiko wird im Preis verrechnet, lange bevor überhaupt jemand etwas abgefeuert hat.

Zwei Versionen, keine Überprüfung

Was der ganzen Geschichte fehlt, sind unabhängige Bestätigungen. Einzige Quelle für den Vorfall ist die Revolutionsgarde selbst, über die iranische Staatsagentur. Welche Tanker das waren, unter welcher Flagge sie fuhren, welchen Schaden sie erlitten, ob es Verletzte gibt - nichts davon wurde mitgeteilt.

Eine Mitteilung ohne Schiffsnamen ist eine Mitteilung an jemand anderen, nicht an die Öffentlichkeit. Teheran spricht mit Washington, und die Nachricht ist nur der Kanal, durch den die Botschaft läuft.

Wird das bis zu uns reichen? Hormus fragt nicht um Erlaubnis, um Märkte zu bewegen - es ist einer der wenigen Punkte auf dem Planeten, an dem ein einzelner Zwischenfall überall eingepreist wird. Und der Balkan hat keinen einzigen Tanker in diesen Gewässern, keine Stimme in dieser Debatte und keine Möglichkeit, auf den Ausgang Einfluss zu nehmen.