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Wer schützt die Wälder vor den Wächtern? Anzeige gegen vier Mitarbeiter von „Nationale Wälder“, und der Dienststempelhammer landete auf Holz ohne Papiere

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Wer schützt die Wälder vor den Wächtern? Anzeige gegen vier Mitarbeiter von „Nationale Wälder“, und der Dienststempelhammer landete auf Holz ohne Papiere

Beim staatlichen Forstunternehmen „Nationale Wälder“ gibt es ein Werkzeug, das entscheidet, ob ein Stamm legal ist oder nicht - den Dienststempelhammer, mit dem die Stämme markiert werden. Seine Spuren tauchten in den letzten Tagen am falschen Ort auf: auf Brennholz in einem Lkw, bei Leuten, die keinerlei Papiere für die Ladung hatten.

Am 7. Oktober hielt die Polizei bei dem Dorf Teovo in Čaška einen „MAN“-Lkw mit Kennzeichen aus Veles an, beladen mit Brennholz. Ein Teil des Holzes war ungestempelt, ein Teil gestempelt. Die beiden Männer, die es transportierten, hatten keine Dokumente, und die gestempelten Stämme waren laut Polizei mit einem Diensthammer markiert, den ihnen eine 57-jährige Mitarbeiterin der Filiale „Babuna“ in Veles gegeben hatte. Die drei wurden festgenommen, das Holz beschlagnahmt, die Anzeigen folgen noch.

Wächter, die nicht wachten

In Negotino erstattete die örtliche Polizei Strafanzeige gegen vier Mitarbeiter der Filiale in Demir Kapija, Wächter auf dem Betriebsgelände, wegen „nachlässiger Dienstausübung“. Zwischen dem 31. Juli und dem 3. August, während sie im Dienst waren, baute jemand eine Aluminium-Bordwand von einem Lastwagen ab und nahm sie mit - ein Fahrzeug, das selbst Gegenstand eines Strafverfahrens war und genau zur Bewachung auf dem Gelände abgestellt worden war. Der Schaden beträgt 25.000 Denar.

Die Summe ist nicht groß, aber die Botschaft ist größer: Ein Fahrzeug, das als Teil eines Strafverfahrens zur Verwahrung abgestellt war, ließ sich nicht einmal auf dem Gelände eines Staatsunternehmens mit bezahlten Wächtern sichern.

400 Kubikmeter und ein „Oktopus“

Der größte Fall wird gerade erst entwirrt. Auf Anordnung der Grundstaatsanwaltschaft werden zusammen mit dem Innenministerium und der Forstpolizei bei einer Skopjer Brennholzfirma rund 400 Kubikmeter Holz beschlagnahmt, mit einem geschätzten Marktwert von rund zwei Millionen Denar, über 30.000 Euro. Die Aktion gab der Vizedirektor von „Nationale Wälder“, Kire Mihailov, bekannt; ihr seien zehn Tage intensiver Ermittlungen vorausgegangen.

Mihailov spricht von einer gut organisierten Gruppe, die über längere Zeit illegal Holz transportiert und verkauft habe, mit „Tentakeln“, die von Skopska Crna Gora und Kitka bis zu den Bergen bei Gostivar und Veles reichten. Schwerer wiegt sein anderer Verdacht: dass Missbrauch dieses Ausmaßes kaum ohne Unterstützung von Leuten in den Institutionen möglich wäre, auch im Unternehmen selbst. „Es gibt keine Unantastbaren“, sagt er.

Bislang gibt es keine offizielle Information, ob wegen der 400 Kubikmeter jemand festgenommen wurde. Aber wenn selbst der Vizedirektor des Unternehmens die eigenen Reihen verdächtigt, wird die Frage unausweichlich: Wer schützt die Wälder vor denen, die dafür bezahlt werden, sie zu schützen?