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Ein Kilo Honig pro Bienenstock statt zehn: Imker nennen 2026 eines der schlechtesten Jahre, im Netz wird Honig für 300 Denar das Kilo angeboten

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Ein Kilo Honig pro Bienenstock statt zehn: Imker nennen 2026 eines der schlechtesten Jahre, im Netz wird Honig für 300 Denar das Kilo angeboten

In der Region Kumanovo erntet man von einem Bienenvolk normalerweise 10 bis 15 Kilogramm Honig. Dieses Jahr holten manche Imker rund ein Kilogramm heraus, bei manchen Stöcken gab es gar nichts zu ernten. In der Region Prilep, wo der Durchschnitt in guten Jahren bei 8 bis 10 Kilogramm lag, fiel er bei manchen Produzenten auf zwei bis drei, bei manchen auf null.

„Ich imkere seit mehr als 30 Jahren und behaupte, dass dies eines der schwächsten Produktionsjahre der letzten fünf Jahrzehnte ist“, sagte Dejan Boškoski, Vorsitzender des Prilep-Imkervereins „Bratstvo“, bei der Eröffnung des 17. Honigfestivals in Prilep. In der Region Prilep gibt es rund 150 Imker.

Wetter, Feuer und leere Weiden

Die Imker beschreiben die Saison als eine Serie von Schlägen: Kälte und Regen im Frühjahr, genau zur Blüte der Trachtpflanzen, dann Hitze und Dürre. Die Zahlen bestätigen es - der September 2026 war rund ein Grad wärmer als der Durchschnitt 1991-2020, die Niederschläge lagen 48 Prozent unter dem Durchschnitt. In Mariovo vernichteten Brände viele Bienenvölker, der Verein sammelte Geld, um den Kollegen zu helfen.

Es gibt auch eine Ursache, die man im Wetterbericht nicht sieht. Mit dem Rückgang des Viehbestands werden die Bergweiden nicht mehr beweidet, und wo früher Trachtkräuter wuchsen, wachsen jetzt Dornen, die die Bienen nicht nutzen.

Subventionen gegen Rechnungen

Landwirtschaftsminister Borče Serafimovski räumte bei den 29. „Tagen der mazedonischen Imkerei“ in Bitola ein, dass die Produktion gesunken sei und der Klimawandel „Realität“ sei, an die man sich anpassen müsse. Der Staat zahlte im März 21,4 Millionen Denar an 1.021 Imker aus, im Schnitt rund 21.000 Denar pro Imker, und für jedes registrierte überwinterte Volk sind 600 Denar vorgesehen. Die Imker antworten, sie investierten fünf- bis sechsmal so viel.

Hinzu kommt der Markt. In sozialen Netzwerken wird Honig zu 4 Kilogramm für 1.200 Denar beworben - 300 Denar das Kilo, in einem Jahr, in dem es echten Honig kaum gibt. Die Imker warnen vor gefälschtem Honig im Netz und vor billigem, zweifelhaftem Importhonig und raten, bei bekannten Produzenten zu kaufen. Die Imker aus Prilep vereinbarten, wenigstens während des Festivals die Preise nicht zu erhöhen.

Wenn ein Imker 600 Denar für ein Volk bekommt, das den Winter kaum überlebt, und im Netz Honig zu Preisen angeboten wird, mit denen das heimische Produkt nicht mithalten kann - wer wird dann noch Bienen halten?