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Palevskis Anwalt fordert neues Verfahren: 50 Verletzungen im erstinstanzlichen Urteil für die Morde an Vanja und Pančе

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Anwalt Jovica Straševski, Verteidiger von Ljupčo Palevski - Palčo, beantragt beim Berufungsgericht die Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils, mit dem sein Mandant für die Entführung und Ermordung der 14-jährigen Vanja Gjorčevska und des 70-jährigen Pančе Žežovski zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Er behauptet, im erstinstanzlichen Verfahren seien mehr als 50 wesentliche Verfahrensverletzungen begangen worden.

Palevski ist nicht allein. Gemeinsam mit ihm wurden Velibor Manev, Bore Videvski und Vlatko Kešišev zu lebenslanger Haft verurteilt. Alle vier haben Berufung eingelegt. Alle vier wollen ein neues Verfahren.

Argumente der Verteidigung - ein großer Teil der Beweise sei im erstinstanzlichen Verfahren „nicht angemessen berücksichtigt" worden. Sie haben einen anderen Blick auf die Tatsachenlage. Sie verweisen auf „Widersprüche" zwischen Zeugenaussagen, Anklage und Urteil. Sie stellen Fragen zu Palevskis Bewegungen am kritischen Tag. Sie stellen Fragen zur Rolle von Vanjas Vater - Aleksandar Gjorčevski.

Gerade um Gjorčevski wird die größte juristische Schlacht geführt. Er wurde in der ersten Instanz freigesprochen. Nun hat die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt - sie verlangt seine Verurteilung. Sie behauptet, er habe eine „Schlüsselrolle vom ersten bis zum zweiten Akt" der Verbrechen gehabt. Laut Anklage habe er sensible Informationen über die täglichen Routinen seiner Tochter weitergegeben, und sein Verhalten nach ihrem Verschwinden sei „verdächtig" gewesen.

Die Verteidigung widerspricht. Anwalt Vladimir Tufegdžić, Verteidiger von Gjorčevski, schickte der Öffentlichkeit einen kurzen Satz: „Das Urteil ist richtig und rechtmäßig." Er behauptet, es gebe keinen Beweis für eine Kommunikation zwischen dem Vater und den verurteilten Tätern.

Für die mazedonische Öffentlichkeit ist das ein Fall, der seit 2023 nicht aus dem Medienraum verschwand. Zwei Morde, an einem Kind und an einem Rentner innerhalb einer Woche, haben die Institutionen geprüft wie wenige andere Fälle in den letzten 20 Jahren. Jetzt, zweieinhalb Jahre später, hat das Berufungsgericht die Chance, eine in die Länge gezogene Geschichte zu schließen - oder eine zweite zu öffnen. Die Familien von Vanja und Pančе warten auf die Entscheidung. Und nicht nur ihre Familien.