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Der Puls-Prozess ist in der Beweisphase angekommen: Obduktionen zeigen, woran die 63 Menschen wirklich starben

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Der Prozess zum Brand im Puls-Club - die Tragödie von Kočani, bei der am 16. März 2025 63 Menschen ums Leben kamen und über 200 verletzt wurden - ist in eine neue, kritische Phase eingetreten. Am 28. April 2026 beginnt die Beweisaufnahme zu Sachbeweisen, beginnend mit den Obduktionsergebnissen der Opfer.

Der Prozess findet in Idrizovo statt, vor Richterin Dijana Gruevska Ilievska, mit einem Team von 15 Staatsanwälten. Er begann am 19. November 2024. Bisher wurden Eltern der Opfer, Überlebende, Augenzeugen, Inspektoren, Vertreter von Institutionen und Mitglieder der Band, die in jener Nacht spielte, gehört. Die Phase der Zeugenaussagen ist praktisch abgeschlossen.

Jetzt folgen die Obduktionen. Die zeigen - oder zeigen sollen - woran die Menschen im Puls genau gestorben sind. Ob es Feuer und Hitze waren, Kohlenmonoxid oder Zyanid aus den verbrannten Innenraum-Materialien. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass alle toxikologischen Analysen, einschließlich Zyanidtests im Blut der Opfer, abgeschlossen sind und durch Sachverständige präsentiert werden.

Die Staatsanwälte betonen, dass der Fall nicht nur um „den Funken und das Feuer" geht - sondern um den gesamten Kontext: die Bedingungen im Raum, die Überfüllung, die verwendeten Materialien, die giftigen Gase und - vielleicht am wichtigsten - warum so viele Menschen nicht hinausgekommen sind. Videoaufnahmen werden nur in den für die Anklage relevanten Abschnitten gezeigt.

Mehr als ein Jahr nach der Tragödie schreitet der Prozess langsam voran, aber er schreitet voran. Die Frage, auf deren Antwort die Familien der Opfer warten, ist nicht nur „Wer ist schuld" - sondern auch „Wie konnte das überhaupt möglich sein".