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Putin und Trump reden - oder behaupten zu reden: Der Kreml bestätigte alles, ohne etwas zu sagen

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Der Kreml reagierte auf Trumps Aussage, er halte regelmäßige Kommunikation mit Putin - und die Antwort ist klassisch diplomatisch: Bestätigung ohne Inhalt. Sprecher Dmitri Peskow räumte ein, Moskau informiere regelmäßig die Öffentlichkeit über Telefonate zwischen den beiden Staatschefs, vermied aber bewusst zu sagen, wann das letzte solche Gespräch stattfand. Trump wiederum sagte, sie sprächen, gab aber das Datum ebenfalls nicht preis.

Beide Staatschefs sagen, sie kommunizierten - doch keiner sagt wann oder worüber. Das kann bedeuten, dass sie regelmäßig sprechen und der Inhalt heikel ist. Oder es kann bedeuten, dass der Draht seltener ist, als beide den Eindruck erwecken wollen. In der Diplomatie ist diese konstruktive Mehrdeutigkeit ganz bewusst - jede Seite kann behaupten, in Kontakt zu sein, ohne sich auf Details festzulegen.

Peskow ergänzte, Putin erhalte mehrfach tägliche Briefings über ukrainische Angriffe auf russisches Territorium und über die erwogenen Maßnahmen - eine Erinnerung daran, dass die militärischen Operationen unabhängig vom diplomatischen Jargon weiterlaufen. Friedensgespräch und Raketenschläge geschehen parallel.

Für die Region ist diese Mehrdeutigkeit ein vertrauter Zustand - der Balkan hat längst gelernt, im Raum zwischen dem, was Politiker öffentlich sagen, und dem, was wirklich geschieht, zu leben. Verhandeln Trump und Putin tatsächlich über etwas Bedeutsames? Die Antwort kommt nicht über die Sprecher.