Skip to content

SAP investiert eine Milliarde Euro in ein 18 Monate altes deutsches KI-Startup: Prior Labs kommt unter die Fittiche des Enterprise-Riesen

1 Min. Lesezeit
Teilen

Der deutsche SAP kauft ein junges Berliner KI-Startup namens Prior Labs und wird in derselben Firma in den nächsten vier Jahren eine Milliarde Euro (1,16 Milliarden Dollar) investieren. Der Kaufpreis selbst wurde nicht veröffentlicht, doch Quellen berichten von einem überwiegend baren Deal, bei dem die Gründer vorab mehr als eine halbe Milliarde Dollar erhalten.

Prior Labs ist erst 18 Monate alt. Gegründet von Frank Hutter, Noah Hollmann und Sauraj Gambhir, arbeitet es an etwas, das die Industrie als tabularische Foundation Models bezeichnet - künstliche Intelligenz, die auf strukturierte Daten in Tabellen und Datenbanken zugeschnitten ist, nicht auf Sprache. Ihr Open-Source-Modell TabPFN wurde mehr als drei Millionen Mal heruntergeladen.

Für SAP ist dieser Deal die Antwort auf etwas Offensichtliches - große Sprachmodelle wie ChatGPT und Claude sind nicht dort, wo das Unternehmensgeschäft lebt. Die Geschäftswelt baut auf Datenbanken, ERP-Systemen und Tabellen. „SAPs frühe Erkenntnis war, dass die größte ungenutzte Chance in der Enterprise-KI nicht in großen Sprachmodellen lag; sie lag in KI, die für die strukturierten Daten gebaut ist, die Unternehmen weltweit antreiben", sagte SAPs Chief Technology Officer Philipp Herzig.

Prior Labs wird als unabhängige Einheit innerhalb von SAP geführt, doch die Technologie soll in Joule Agents, SAP AI Core und SAP Business Data Cloud integriert werden. Die Open-Source-Versionen der Modelle bleiben offen - so jedenfalls die Ankündigung.

Gleichzeitig schließt SAP die Tür zur Konkurrenz. Nur freigegebene KI-Agenten - SAPs Joule Agents und Nvidias NemoClaw - sollen Zugang zu den Systemen haben. OpenClaw und andere unerwünschte Agenten werden blockiert. Das ist der klassische Schritt eines großen Akteurs, der plötzlich entscheidet, dass seine Plattform zugleich der Standard ist.

Für den deutschen Gründer Hutter ist das etwas, das in der europäischen KI-Landschaft selten geschieht. „Ein massiver Schub", der Prior Labs ermöglichen werde, das „neue weltweit führende Frontier-KI-Labor für strukturierte Daten - in Europa, offen" zu werden, sagte er. Ob eine Milliarde Euro dafür reicht, ist eine andere Frage - aber wenigstens kommt das Geld von einem europäischen Unternehmen und nicht aus Silicon Valley.