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KI stellte in 67% der Notfälle die richtige Diagnose - die Ärzte lagen bei 55% und 50%

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Eine Studie von Harvard und dem Beth Israel-Krankenhaus, veröffentlicht im Fachjournal Science, zeigt, dass das Modell OpenAI o1 bei 67 Prozent der Notfallpatienten in der Erstuntersuchung eine korrekte oder annähernd korrekte Diagnose stellte - gegenüber 55 Prozent und 50 Prozent bei den beiden Ärzten, mit denen es verglichen wurde. Die Studie umfasst 76 Notfälle, und das KI-System erhielt denselben unverarbeiteten Dateneingang wie die Ärzte.

Das Ergebnis ist bedeutend - doch die Forscher selbst dämpfen die Erwartungen. Verglichen wurde mit Internisten, nicht mit Notfallmedizinern. Und Adam Rodman von Beth Israel, einer der Autoren, gibt offen zu: „Derzeit gibt es keinen formellen Mechanismus für Verantwortlichkeit, wenn eine KI eine falsche Diagnose stellt." Das ist eine Frage, die das System weder stellt noch beantwortet.

Einige Ärzte reagierten sofort mit Skepsis. Kristen Panthagani, Notfallärztin, bezeichnete die Schlagzeilen rund um die Studie als „hochgejubelt" - eine interessante Untersuchung, aber kein Beleg für klinische Anwendung. Die Forscher bestätigen selbst, dass vor einem realen Einsatz in Krankenhäusern prospektive Studien nötig sind.

Praktisch heißt das: KI liest Text schnell und gut. Das ist nützlich in Notfällen, in denen Sekunden zählen. Aber Diagnose ist nicht nur Text - sie ist körperliche Untersuchung, Nuancen in der Stimme des Patienten, Kontext, der nicht in ein Datenfeld passt. Werden diese Modelle bald in den Krankenhäusern auf dem Balkan sein? Wahrscheinlich nicht - dass sie dort in zehn Jahren sind, ist nahezu sicher.