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Haut und Menstruationszyklus: Warum Akne vor der Periode kommt und was in jeder der vier Phasen zu tun ist

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Dass die Hormone einer Frau Akne beeinflussen - das wissen alle. Dass die Pflegeroutine über den Monatszyklus hinweg verändert werden sollte - das praktiziert fast niemand. Laut der Dermatologin Lorea Bagazgoitia, zitiert in der spanischen Quelle: „Der Progesteronabfall vor der Menstruation kann Akne in diesen Tagen verschlimmern."

Der Zyklus, vereinfacht:

  • Follikelphase (vom Ende der Menstruation bis zum Eisprung): Östrogen steigt. Die Haut wirkt am besten - hydratisiert, elastisch, ebenmäßig. Kollagen arbeitet auf Hochtouren.
  • Ovulation (etwa in der Zyklusmitte): Östrogen erreicht den Höhepunkt. Die Haut strahlt. Das ist der „fototaugliche" Moment.
  • Lutealphase (vom Eisprung bis kurz vor der Menstruation): Progesteron steigt, die Haut wird fettiger, verstopfte Poren erscheinen.
  • Vor der Menstruation: Progesteron fällt schlagartig, die Haut ist empfindlich. Akne in dieser Phase ist am häufigsten.
  • Menstruation: Die Hautbarriere ist beeinträchtigt, die Reaktivität am höchsten, Irritationen treten leichter auf.

Was in welcher Phase zu tun ist - laut Dermatolog:innen:

Follikelphase: der Moment, in dem die Haut Wirkstoffe annimmt. Vitamin C, Retinol (wenn man bereits eine Retinol-Routine hat), ein mildes AHA-Peeling. Die Haut ist stabil und kann ein neues Produkt „lernen", ohne zu irritieren.

Lutealphase: Fokus auf Talg-Regulierung. Niacinamid und Koffein sind zwei Inhaltsstoffe, die zur Normalisierung des Talgs beitragen. Salicylsäure (BHA) ist hier die beste Option - sie dringt in die Poren ein, reinigt sie und verhindert, dass sich Akne bildet, bevor sie sichtbar wird.

Prämenstruation und Menstruation: nicht der Moment für neue Experimente. Wer jetzt Retinol aufträgt, wenn die Haut reaktiv ist, zahlt mit Rötung und Reizung. Stattdessen auf schützende Routinen umsteigen - Ceramide, natürliche Feuchtigkeitsfaktoren, sanfte Öle. Das Ziel ist nicht zu heilen, sondern keinen Schaden anzurichten.

Schwangerschaft und Menopause - zwei eigene Kapitel. Laut dem Apotheker Héctor Núñez: „Aufgrund des natürlichen Menstruationszyklus entstehen zyklische Hormonschwankungen." In der Schwangerschaft ist Melasma häufig (dunkle Flecken im Gesicht), und die Haut braucht strikten Sonnenschutz - SPF 50+, jeden Tag, ohne Ausnahme. In der Menopause sinkt das Östrogen langfristig, das Ergebnis: Verlust von Kollagen, Elastizität und Dermisdicke. Hier kommen Peptide, Retinol in niedriger Konzentration und barriereunterstützende Seren ins Spiel.

Die Balkan-Empfehlung: brechen wir mit der Kultur „dieselben Produkte das ganze Jahr". Eine Frau Anfang 30 braucht in der ersten Zykluswoche nicht die gleiche Routine wie in der letzten. Es ist nicht kompliziert - 4 bis 5 Fläschchen, Rotation je nach Tag und mehr Aufmerksamkeit an den „kritischen" Tagen. Was die Kosmetikindustrie als „universelle 24/7-Feuchtigkeitscreme" verkauft, ist zu einem großen Teil Marketing. Hormone sind nicht universell. Haut ist nicht universell. Lösungen sollten es auch nicht sein.