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Huthi-Rakete trifft Flughafen Riad: 13 Tote, und die saudischen Behörden schweigen fast völlig

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Huthi-Rakete trifft Flughafen Riad: 13 Tote, und die saudischen Behörden schweigen fast völlig

Eine aus dem Jemen abgefeuerte Rakete traf am Samstagabend den internationalen Flughafen „König Chalid“ in Riad, der Hauptstadt Saudi-Arabiens. Dreizehn Tote, 309 Verletzte. Die Verantwortung übernahmen die jemenitischen Huthis, eine vom Iran unterstützte Miliz. Unter den Toten sind vier Saudis, zwei Staatsbürger aus Bangladesch und je einer aus den USA, Ägypten, Jordanien, Syrien, dem Sudan und Palästina. Ein indischer Staatsbürger erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Hinter den Zahlen stehen Namen. Die ägyptische Flugbegleiterin Azza Ramzy (28) arbeitete für die saudische Airline Flynas. Die Syrerin Buthaina Ahmad Oweida war Witwe und Mutter von vier Kindern. Sie lebte seit fünf Jahren in Saudi-Arabien, nachdem sie vor dem Krieg in Syrien geflohen war, und war nach Riad gekommen, um ihre Schwester zu besuchen. Die Rakete traf sie auf dem Weg zum Flughafen.

Einen Tag später - ein neuer Einschlag. Ein Geschoss traf erneut Terminal 4, das schon am Samstag getroffene Gebäude, und es brach ein Feuer aus. Die saudische Luftabwehr fing ein weiteres Geschoss in der Nähe des Flughafens ab. Der Flughafen war bereits den ganzen Tag geschlossen, und die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, die zu einem offiziellen Besuch dort war, saß in der Stadt fest. SriLankan Airlines strich alle Flüge nach Riad bis zum 18. Oktober.

Das Königreich, das schweigt

Das Merkwürdigste an der Geschichte ist nicht die Rakete, sondern die Stille. Das offizielle Riad äußerte sich kaum zum schwersten Angriff auf den größten Flughafen des Landes. Es wurde kein allgemeiner Alarm ausgerufen, es gab keine Ansprache an die Bevölkerung, und die Schließung des Flughafens wurde nicht einmal offiziell bekanntgegeben - vom Ausfall der Flüge erfuhr man erst über Flugverfolgungsdienste. Die einzige Maßnahme, die die Regierung mitteilte: Schulen und Universitäten stellen bis Ende der Woche auf Online-Unterricht um.

Es ist ein Muster, das die Golfstaaten seit sieben Monaten anwenden, seit sie von iranischen Raketen und Drohnen angegriffen werden: Informationen werden im Namen der „nationalen Sicherheit“ und des Vertrauens in die Verteidigung unterdrückt. Das Ergebnis ist vorhersehbar. In die Lücke, die die Regierung ließ, strömte in den sozialen Netzwerken ein Video, das angeblich den Moment des Einschlags zeigte - und sich als KI-generiert herausstellte. Wenn die Regierung verschweigt, wie schlimm es ist, wer glaubt ihr dann, wenn sie sagt, es sei sicher?

Ein Krieg, der nicht an einem Ort bleiben will

Es ist der tödlichste Angriff auf einen Golfstaat seit Beginn des amerikanisch-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar. Die Huthis gehören zur proiranischen „Achse des Widerstands“, und ihr Wert für Teheran ist klar: Die Straße von Hormus ist noch immer nicht vollständig offen, also ist die Route durch das Rote Meer noch wichtiger geworden - und die Huthis greifen sie regelmäßig an. Saudi-Arabien leitete sein Öl über die 1.200 Kilometer lange Ost-West-Pipeline um, schloss aber auch diese im vergangenen Monat nach einem Drohnenangriff vorübergehend.

Hisham Al-Omeisy, Jemen-Berater am Europäischen Institut für Frieden in Washington, warnt, dass dies nicht das Ende sei. „Sie haben diese rote Linie überschritten. Man muss bedenken, dass man es mit einer Miliz zu tun hat, nicht mit einem staatlichen Akteur“, sagte er und fügte hinzu, er fürchte, die Eskalation könne auf Pipelines und die Infrastruktur von Aramco übergreifen. Dabei soll ausgerechnet diese Woche in Riad der Welt-Erdölkongress stattfinden, zu dem die Chefs von Shell, ExxonMobil, BP und TotalEnergies erwartet werden. Die Behörden lassen wissen, das Treffen werde nicht abgesagt.

Donald Trump nannte den Angriff „schrecklich“: „Wir haben gerade von dem Angriff erfahren, wir werden eine Entscheidung treffen. Wir handeln sehr schnell.“ Analysten halten ein direktes amerikanisches Eingreifen vor den Kongresswahlen im nächsten Monat dennoch für unwahrscheinlich - obwohl unter den Toten auch ein US-Bürger ist. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition versprach eine „entschlossene Antwort“, und das Huthi-Fernsehen meldete bereits einen saudischen Luftangriff auf den Flughafen in Sanaa.

Flughäfen sind Orte, an denen Menschen sich verabschieden und einander empfangen. Wenn auch sie zum Ziel werden und die Regierung sich weigert zu sagen, wie gefährlich es ist - wie viele Raketen müssen noch auf Zivilisten fallen, bis die Welt aufhört, das einen „regionalen Konflikt“ zu nennen?