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Vučić hat die Wahl in Serbien vor der Abstimmung „ausgerechnet“: Er erwartet 2.050.000 Stimmen und mindestens 400.000 mehr als der Gegner

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Vučić hat die Wahl in Serbien vor der Abstimmung „ausgerechnet“: Er erwartet 2.050.000 Stimmen und mindestens 400.000 mehr als der Gegner

Serbien wählt am 25. Oktober vorzeitig ein neues Parlament, und Aleksandar Vučić - diesmal Spitzenkandidat der Liste „Aleksandar Vučić - Vereintes Serbien“ und Kandidat für das Amt des Premiers - hat die Zahlen schon. In einem Fernsehauftritt sechs Tage vor der Abstimmung sagte er, er erwarte eine Beteiligung von rund 4.100.000 Wählern, von denen 2.050.000 für seine Liste stimmen würden.

Das ist nicht alles. Vučić erwartet mindestens 400.000 Stimmen Vorsprung vor dem Hauptgegner, der „Studentenliste“, und behauptet, alles über 63 Prozent Beteiligung bringe seiner Seite einen deutlich höheren Stimmenanteil. „Wichtig ist, dass wir die absolute Mehrheit haben“, sagte er. Er versprach außerdem, eine Niederlage sofort einzugestehen, falls er zufällig verlieren sollte.

Wenn ein Politiker den Ausgang so genau kennt, bevor die Wahllokale öffnen, gibt es meist zwei Erklärungen: hervorragende Umfragen oder sehr viel Selbstbewusstsein. Vučić sagt, es sei Ersteres - „Wir machen jeden Tag Umfragen“, mit einer Fehlerquote von 0,1 bis 0,3. Den Sieger werde man gegen halb zehn abends kennen, öffentlich äußern werde er sich aber nicht vor zehn Uhr.

Der Wahlkampf hat Serbien allerdings längst verlassen. Laut Vučić verfolgen Milo Đukanović und Milojko Spajić aus Montenegro, Albin Kurti aus Pristina und der kroatische Europaabgeordnete Tonino Picula dasselbe Ziel - ihn zu stürzen. „Warum stört Vučić Albin Kurti? Weil Kurti weiß, dass er so oder so ohne Vučić ein unabhängiges Kosovo bekommt“, sagte er. Er erwähnte auch die Republika Srpska und fragte, warum die „Studentenliste“ den Studenten dort kein einziges Mal geantwortet habe.

Er kündigte zudem an, nach der Wahl werde bei den Gegnern Chaos herrschen, während er eine Regierung aus „effizienten und schnellen Leuten“ suchen werde. Welche Minderheitenparteien er mitnimmt, entscheidet er, wenn die Stimmen gezählt sind.

Das Bild ist bekannt: Die Wahl wird als Referendum über einen Mann dargestellt, und die Nachbarn bekommen die Rolle der Fans des Gegners. Wenn das Ergebnis schon feststeht, warum ist dann jeder Nachbar Teil der Verschwörung? Am 25. Oktober werden wir sehen, ob die Wähler die Prognose bestätigen - oder korrigieren.