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Eine Shahed traf ein chinesisches Schiff am Tag vor Putins Landung in Peking: ein nächtliches diplomatisches Risiko des russischen Krieges

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Einen Tag vor dem Besuch von Vladimir Putin in Peking wurde ein chinesisches Handelsschiff von einer russischen „Shahed"-Drohne in ukrainischen Hoheitsgewässern getroffen. Keine Opfer - aber Schaden, und einen noch größeren Schaden auf der diplomatischen Bühne. Was in der Nacht zwischen dem 17. und 18. Mai geschah, ist ein Signal, dass bestimmte Fehler vom Kreml nicht eingerechnet werden, und dass Putin mit einer unbequemen Frage in den Unterlagen in China ankommt.

Der Sprecher des ukrainischen Militärs, Dmytro Pletentschuk, kommentierte in sozialen Medien ironisch. „Es ist interessant, was die Russen motiviert, wenn sie in der Nacht beschließen, ein chinesisches Handelsschiff in unserem Meer zu 'ehren'", schrieb er. Und fügte hinzu: „Alles passierte ohne Opfer, aber das ist etwas Neues". Man braucht keine militärische Ausbildung, um zu verstehen, dass das eine direkte Botschaft an Peking ist.

Für die Teams, die den Anlass planen, ist das eine diplomatische Katastrophe. Putin und Xi sollen ihre „umfassende Partnerschaft und strategische Zusammenarbeit" vertiefen, wie es der offizielle Text formuliert. Das bedeutet Energieverträge, gemeinsame Infrastrukturprojekte und wahrscheinlich eine neue Runde von Finanzarrangements, die das westliche System umgehen. Und jetzt muss in den Unterlagen von Xi die Frage erscheinen - wer schießt da auf mich?

Russische Stellen schweigen vorerst. Das ist keine Überraschung. Beschuss eines befreundeten Schiffes wird als Fehler dargestellt - technisch oder prozedural - und der Kreml akzeptiert keine öffentlichen Eingeständnisse. Aber das diplomatische Gewicht bleibt. China ist kein Land, das verletzte Handelsschiffe leicht vergibt, unabhängig von der politischen Freundschaft.

Die Frage, die sich jetzt stellt: Wird dieser Vorfall ein zusätzlicher Hebel für Xi sein, um Putin aus den größten Deals herauszuhalten? Schon in den vergangenen Monaten waren chinesische Banken zurückhaltender mit russischen Krediten, chinesische Firmen suchen offener nach amerikanischer Zustimmung, bevor sie mit Moskau handeln. Das ist kein Trend, der dem Kreml passt. Und jetzt, zwei Stunden bevor das Flugzeug startet, ein Schlag gegen ein chinesisches Schiff.

Für die Leser auf dem Balkan - das ist ein weiterer Beweis, dass die russisch-chinesische Achse nicht so monolithisch ist, wie sie dargestellt wird. China hat eigene Interessen. Diese Interessen kollidieren gelegentlich mit den russischen. Und Putin tritt - trotz Zeremonien und gemeinsamer Fotos - in Peking mit einer schwächeren Position auf als vor einem Monat. Die Frage ist, ob die chinesischen Arrangements diese nächtliche Drohne überstehen werden.