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Produktion, Verteilung, Verkauf - wie konzentriert ist die Energiemacht in Nordmazedonien?

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Die mazedonische Energiewirtschaft funktioniert seit Jahren als ein System, in dem die Bürger meistens nur das letzte Glied sehen - die Stromrechnung. Aber hinter dieser Rechnung steht eine ganze Kette: Produktion, Verteilung, Versorgung und Netzmanagement. Die Frage, die immer öfter gestellt wird, ist - wenn ein Subjekt in mehreren Segmenten desselben Sektors präsent ist, stellt das ein Monopol oder eine Konzentration von Marktmacht dar?

In der klassischen wirtschaftlichen Definition ist ein Monopol der Zustand, in dem ein Subjekt dominante oder ausschließliche Kontrolle über einen bestimmten Markt hat. Aber moderne Energiewirtschaft ist komplexer. Es muss nicht immer ein formales Monopol bestehen, damit eine hohe Machtkonzentration besteht.

Die Fragen, die eine öffentliche Analyse verdienen, sind:

  • Welcher Anteil der Produktion ist direkt oder indirekt mit denselben Strukturen verbunden?
  • Besteht ausreichende Trennung zwischen Produktion, Verteilung und Versorgung?
  • Wie leicht ist der Zugang für neue Produzenten zum Netz?
  • Wie lange dauern die Anschlussverfahren?
  • Gibt es öffentlich zugängliche Daten über Beschränkungen im System?

In Europa wird in den letzten Jahren gerade wegen solcher Risiken auf Entflechtung der Tätigkeiten (Unbundling) bestanden - also dass verschiedene Rollen nicht im selben Einflusszentrum konzentriert werden.

Zusätzlich hat Nordmazedonien weiterhin relativ hohe Verluste im Verteilungsnetz gegenüber regionalen Vergleichen, und jede Diskussion über Preise und Strom sollte genau dort beginnen - wo die Verluste sind, wie sie reduziert werden und wer den Preis trägt.

In der Öffentlichkeit werden oft die finanziellen Ergebnisse mit riesigem Gewinn erwähnt und die Verluste des Übertragungsnetzbetreibers. Sind Risiko und Gewinn in der mazedonischen Energiewirtschaft gleichmäßig verteilt?

Wenn das Übertragungssystem die Last der Stabilität trägt und ein anderer Teil die Gewinne akkumuliert, dann hat die Öffentlichkeit das Recht zu fragen:

- Ist das gegenwärtige Modell tragfähig?
- Wer trägt die Last, wenn es eine Krise gibt?
- Wer investiert in das Netz?
- Wer übernimmt die Verantwortung für die Verluste?
- Und wer profitiert, wenn das System funktioniert?

Zusätzlich tritt Nordmazedonien in eine neue Phase ein - Anschluss von Solarkapazitäten, neue Investoren und Energiewende. Das heißt, die Belastung des Netzes wird wachsen.

Unter solchen Bedingungen wird die Frage des finanziellen Gleichgewichts noch wichtiger.