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Nuria Roca steckt das gesamte Planeta-Preisgeld in ein Haus in Ávila - und der Architekt mischt Keramik, oxidierten Stahl und ein afrikanisches Bett aus den 50ern

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Nuria Roca, spanische TV-Moderatorin und Ehefrau des Schriftstellers Juan del Val, hat gerade die Türen ihres neuen Hauses in Candeleda geöffnet, einem kleinen Dorf in Ávila, etwa eineinhalb Stunden von Madrid entfernt. Das Haus ist nicht neu - es gehörte dem Journalisten Javier Capitán. Aber der Umbau schloss dieses Kapitel und machte etwas völlig anderes daraus. Das Geld, das die Renovierung finanziert, kommt aus dem Planeta-Preis, den del Val 2024 gewann.

"Den ganzen Preis haben wir hier investiert", sagt Roca. Ein Jahr Renovierung, mit fünf Schlafzimmern, sechs Bädern, einem großen Wohnbereich, geteilt in zwei Zonen, einer Küche mit Consentinos "Dekton", einem Bad in Onyx. Architekt und Innenarchitekt: Pepe Leal, der Roca von früher kennt.

Die Ästhetik macht dieses Haus interessant. "Es ist nicht modern, nicht ländlich. Es ist beides und keines", sagt Roca. Pepe Leal mischte die Materialien ohne Regeln: Keramik, Stein, Ziegel, Holz, Stahl, Aluminium, oxidierte Details. Alte Eisenbahnschwellen wurden Bänke. Ein eingebautes afrikanisches Bett aus der Mitte des 20. Jahrhunderts ist jetzt der Mitteltisch im Wohnzimmer. Eine Granit-Steinküche, aber mit High-Tech Miele-Geräten - Dampfofen, Vakuumiergerät, Weinkühlschrank.

Architektonisch ist die Idee, was Leal als "Verschmelzung der 70er mit der Zukunft" beschreibt. Oxidierte Metallflächen stehen neben polierter moderner Keramik. Grün dringt durch die großen Fenster ins Haus. Der Raum ist durch Keramikpaneele geteilt - keine Standardwände, sondern bewegliche. Wenn Roca Gäste hat, öffnet sie sie. Wenn sie allein mit der Familie ist, schließt sie sie.

Für den Balkan-Kontext ein anderes Beispiel als das klassische "Wochenendhaus in den Bergen". Nuria Roca spricht darüber als "Liebesort", an dem sie sich zurückziehen und die Rente verbringen will. Das Mikroklima von Candeleda, Nähe zur Vera-Region, die Spazierwege durch die Natur. Das ist der ländliche spanische Traum, verwirklicht mit Ressourcen, die der durchschnittliche Balkanbewohner nicht hat - aber die Idee dahinter hängt nicht vom Budget ab. Materialien ohne Regeln mischen. Natur ins Haus holen. Raum, der sich nach Bedarf öffnet und schließt. Das hat sogar das Wochenendhäuschen deiner Großmutter in Mavrovo geerbt, nur wusste sie nicht, dass sie eine Designerin des 21. Jahrhunderts war.