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Bankkredite im April um 13,3 Prozent gesprungen, Einlagen um 1,4 gefallen: Die Nationalbank zeigt eine Wirtschaft, die zugleich ausgibt und spart

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Die Nationalbank Mazedoniens hat die Daten für April 2026 veröffentlicht - und das Bild ist komplex. Die Gesamtkredite im Bankensystem erreichten 576 Milliarden Denar (9,36 Milliarden Euro), mit einem Monatsplus von 1 Prozent und einem Jahresplus von 13,3 Prozent. Der Unternehmenssektor ist der Hauptmotor dieser Kreditausweitung, aber auch die Haushalte tragen erheblich bei.

Die Einlagen sanken im Monatsvergleich um 1,4 Prozent, stiegen im Jahresvergleich aber um 9,3 Prozent auf insgesamt 656,87 Milliarden Denar (10,68 Milliarden Euro). Die Einlagen der Haushalte - mit 7,34 Milliarden Euro die größte Komponente - wuchsen um 1,6 Prozent monatlich und 10,5 Prozent jährlich, vor allem über Denar-Sparkonten und Termineinlagen.

Die Unternehmenseinlagen fielen im April um 9,1 Prozent, blieben jedoch mit einem Jahresplus von 6 Prozent positiv. Wohnungskredite wachsen am stärksten - 16,2 Prozent im Jahresvergleich. Konsumkredite legten 11,2 Prozent zu. Autokredite - 4,9 Prozent. Kreditkarten im Minus - 4,6 Prozent. Die Geldmenge M3 erreichte 10,36 Milliarden Euro, mit einem Jahreswachstum von 9,4 Prozent.

Das Bild, das sich abzeichnet, entspricht den Erwartungen vieler Ökonomen - die Menschen sparen, nehmen gleichzeitig Kredite für konkrete Lebensentscheidungen (Wohnung, Auto) auf und reduzieren den Plastikverbrauch. Auf individueller Ebene kann das gesund sein. Auf makroökonomischer Ebene wirft es die Frage auf - spiegelt der Anstieg der Wohnungskredite tatsächlich einen Anstieg der Lebensqualität wider, oder nur steigende Immobilienpreise, die die Menschen zwingen, sich stärker zu verschulden?

Für ein Balkan-Publikum sind 13,3 Prozent jährliches Kreditwachstum bemerkenswert. In entwickelten Volkswirtschaften wäre diese Zahl ein Alarmzeichen für Überhitzung. Die Frage, die Ökonomen außerhalb der Nationalbank stellen sollten, lautet: Ist das ein Zeichen für einen gesunden Aufschwung oder eine neue Kreditblase, die in zwei bis drei Jahren platzt?