Skip to content

Britischer Freiwilliger seit 18 Monaten in der Ukraine gefangen: „Ich schleppte mich 150 Meter, brauchte den ganzen Tag"

1 Min. Lesezeit
Teilen

Hayden Davis, ein 33-jähriger ehemaliger britischer Soldat, ergab sich vor mehr als 18 Monaten, als er sich freiwillig der ukrainischen Fremdenlegion anschloss. Jetzt erzählt er seine Geschichte - und das Bild, das entsteht, ist zugleich heldenhaft und beschämend: für den Mann und für die Regierung, die ihn ziehen ließ.

Von russischen Truppen in der Ukraine gefangen, zu 15 Jahren in einem Straflager verurteilt unter dem Vorwurf, „Söldner" zu sein. Davis schildert die Momente vor der Gefangennahme: das Funkgerät war kaputt, sein Partner getötet. „Ich musste entscheiden - liegen bleiben und sterben oder etwas tun. Ich schleppte mich langsam 150 Meter zu einem Gebiet, das ich kannte. Es brauchte den ganzen Tag."

Zwei Monate versteckte er sich in einem Keller, mit Krücken aus Holz und einer Schiene aus Ästen. „So einen Schmerz habe ich nie zuvor erlebt." Als russische Soldaten ihn fanden, begann die nächste Etappe seiner Tragödie: ein Straflager ohne angemessene medizinische Versorgung, ohne Essen, ohne Hilfe.

Das britische Außenministerium versichert, es halte „konsularischen Kontakt" zur Familie Davis und das Urteil des russischen Gerichts sei „unbegründet". Eine diplomatische Floskel, die wörtlich heißt: „Wir tun nicht viel für ihn."

Politische Aktivisten, die mit Kriegsgefangenen arbeiten, beschreiben den Zustand westlicher Kämpfer in russischer Haft als „verhungern lassen". Humanitäre Hilfe ist dringend. Und damit öffnet sich die breitere Frage: die Regierungen, die ausländischen Freiwilligen in der Ukraine implizite Unterstützung geben (und Großbritannien ist nicht allein), wann übernehmen sie auch Verantwortung, wenn diese gefangen werden?

Für den Balkan ist das keine ferne Geschichte. Viele unserer Leute - Serben, Kroaten, Bosnier, Mazedonier - kämpfen auf beiden Seiten in der Ukraine. Wenn sie gefasst werden, behandeln Regierungen sie als „Söldner", nicht als Staatsbürger. Davis ist nicht der erste und nicht der letzte. Eine Frage zur ehrlichen Selbstreflexion: Wer von uns kennt den Deal, bevor er in einen fremden Krieg geht?