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Die Ausschreibungen haben die Wahrheit wieder enthüllt: SDSM und VMRO-DPMNE unterscheiden sich nur auf Pressekonferenzen, das System bleibt dasselbe

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Jedes Mal, wenn eine Ausschreibungsaffäre auffliegt, sieht Mazedonien dasselbe Bild. Die Opposition wirft der Regierung Kriminalität vor, die Regierung erwidert mit Daten, dass die vorherige Regierung dasselbe getan habe. Und am Ende bekommen wir statt Verantwortlichkeit - politische Abrechnung.

Der Fall „Mastef” hat genau diese Frage wieder aufgeworfen. SDSM wirft vor, dass die Firma während der VMRO-DPMNE-Zeit Dutzende von Ausschreibungen und Millionenbeträge erhalten habe. VMRO erwidert, dass dieselbe Firma Aufträge auch bekommen habe, als SDSM Gemeinden regierte.

Was haben wir eigentlich daraus gelernt? Statt eines Dementis - Bestätigung.

Bestätigung, dass die Matrix dieselbe ist. Wenn die einen an der Macht sind - bekommen die Firmen Ausschreibungen. Wenn die anderen kommen - arbeiten dieselben Firmen weiter. Minister, Bürgermeister, Direktoren und Parteiflaggen wechseln, aber das System bleibt unverändert.

Das wirft eine viel größere Frage auf: Gibt es in Mazedonien wirklich Ausschreibungswettbewerb, oder gibt es einen geschlossenen Kreis von Unternehmen, die unabhängig davon funktionieren, wer an der Macht ist?

Die Bürger interessiert nicht mehr, wer wen anklagt. Die Bürger wollen Antworten:

  • Wie viele Firmen bekommen tatsächlich den Großteil der öffentlichen Aufträge?
  • Wie viele Konkurrenten hatten sie?
  • Waren die Preise realistisch?
  • Wie oft haben dieselben Unternehmen gewonnen?

Denn wenn SDSM heute zeigt, dass die Firma mit VMRO gearbeitet hat, und VMRO zeigt, dass dieselbe Firma mit SDSM gearbeitet hat - dann ist die größte Nachricht vielleicht nicht die Firma.

Die größte Nachricht ist, dass die zwei größten Parteien seit Jahren nach demselben Muster arbeiten - andere Rhetorik, dieselbe Matrix.

Und vielleicht ist genau das der Grund, warum das Vertrauen in das System auf einem historischen Tiefstand ist - weil die Menschen keinen Kampf gegen das System mehr sehen, sondern einen Kampf darum, wer dieses System verwalten darf.