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Ukrainische Drohne in Litauen abgestürzt: NATO fragt nach Artikel 5, der Präsident lässt alle Eindringlinge abschießen

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Litauen hat in der Nacht erlebt, wovor NATO-Mitglieder sich fürchten - eine ukrainische Drohne auf ihrem Boden. Keine Opfer, keine Explosion, aber ein klares Signal: Der Krieg in der Ukraine hat Folgen auch für Länder, die nicht beteiligt sind. Die litauischen Behörden bestätigten, die Drohne sei ukrainisch und beim Aufprall nicht detoniert. Die Frage ist nun eine andere - ist das der erste reale Fall für Artikel 5 der NATO?

Der Leiter des litauischen Krisenmanagementzentrums, Vilmantas Vitkauskas, bestätigte: Das Fluggerät gehört dem ukrainischen Militär, der Vorfall ist nicht isoliert. Dazu kommt die offizielle Anweisung von Präsident Gitanas Nauseda: "Die Armee muss jede Drohne abschießen, die in den litauischen Luftraum eindringt." Das ist eine Änderung der Einsatzregeln - und eine bedeutende.

Litauen liegt an der NATO-Ostflanke, mit Grenzen zu Belarus und zur russischen Exklave Kaliningrad. Geopolitisch einer der empfindlichsten Punkte des Bündnisses. Vorfälle, die anderswo als "technische Pannen" durchgehen würden, werden hier als Tests gelesen. Was will man sehen? Wie das Bündnis reagiert. Wie lange es dauert. Ob Litauen allein oder gemeinsam mit anderen reagiert.

Die Frage nach Artikel 5 ist nicht hohl. Artikel 5 wird ausgelöst, wenn ein Mitglied angegriffen wird - und was "Angriff" heißt, ist Politik, nicht nur Jura. Eine ukrainische Drohne, eigentlich für andere Ziele bestimmt, fällt auf NATO-Gebiet. Das ist keine russische Aggression, aber Folge eines Krieges, der zu nah ist. Das Bündnis muss entscheiden - ignorieren, in Kiew protestieren, oder die Regeln der Luftverteidigung ändern?

Für den Balkan ist das ein wichtiger Hinweis - Geopolitik kennt keine Grenzen. Der Krieg in der Ukraine, den viele hier als weit weg sehen, berührt schon die Nachbarn und indirekt auch uns. Bulgarien und Rumänien, unsere NATO-Nachbarn, hatten in den letzten zwei Jahren eigene Drohnenvorfälle - und alle werfen dieselben Fragen auf. Was ist ein Angriff? Wann greift das Bündnis ein? Und wie lange darf ein Mitglied "halb invadiert" bleiben, ohne offiziellen Schutz zu bekommen?

Litauen wird Klarheit verlangen. Es wird interessant zu sehen sein, wie viel Brüssel und Washington bereit sind zu geben. Unser Rat an die Leser, die die Region verfolgen: Schauen Sie auf die NATO-Antwort auf diesen Vorfall. Sie zeigt, was passieren wird, wenn der nächste, ernsthaftere kommt.