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Tetovo gibt 100 Euro pro Erstklässler: echte Hilfe oder Geste für die Kameras?

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Tetovo gibt 100 Euro pro Erstklässler: echte Hilfe oder Geste für die Kameras?

Die Gemeinde Tetovo zahlt jedem Kind, das in diesem Jahr in die erste Klasse kommt, 100 Euro, also 6.150 Denar. Die Entscheidung fiel in einer Sitzung des Gemeinderats, und die Gutscheine werden Anfang Juli verteilt. Anmeldeschluss ist der 20. Juni.

Die Idee ist klar und auf den ersten Blick kaum jemandem zu widersprechen: Der Schulanfang kostet - Hefte, Material, Tasche, Kleidung - und für viele Familien ist das ein Schlag genau dann, wenn das Budget am dünnsten ist. Die Unterstützung soll, wie die Gemeinde betonte, den Jüngsten und ihren Eltern den Start erleichtern.

Dennoch lohnt es sich zu fragen, was die Mitteilungen üblicherweise verschweigen. Hundert Euro pro Kind sind eine willkommene Hilfe, aber ist es eine Lösung oder eine Geste? Die realen Kosten für die Ausstattung eines Erstklässlers übersteigen dieses Geld leicht, und eine einmalige Zahlung ändert nichts an dem System, das diese Kosten erzeugt. Wenn Politiker vor Schuljahresbeginn Geld verteilen, lohnt sich immer die Frage - ist das Sorge um die Kinder oder Sorge um den Eindruck?

Das heißt nicht, dass die Maßnahme schlecht ist - es heißt, man sollte sie mit offenen Augen betrachten. Sechstausend Denar werden helfen, das ist eine Tatsache. Aber echte Unterstützung für Bildung misst man nicht in einmaligen Gutscheinen, verteilt vor laufenden Kameras, sondern in dem, was im Klassenzimmer jeden Tag von September bis Juni passiert. Das eine lässt sich leicht feiern. Das andere ist harte, stille Arbeit, die selten bis zu einer Mitteilung gelangt.