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Ein neuer Streit um Usje: ein Marsch am 23. Juni gegen den Betrieb nach Standards von 2007

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Ein neuer Streit um Usje: ein Marsch am 23. Juni gegen den Betrieb nach Standards von 2007

Der Kampf um das Zementwerk Usje ist wieder aufgeflammt. Die Bürgerinitiative „Stopp für Usje" hat für den 23. Juni einen Protestmarsch angekündigt, mit einer klaren Forderung - die Fabrik solle aufhören, nach veralteten Umweltstandards von 2007 zu arbeiten, und sich an moderne europäische Normen anpassen.

Im Zentrum des Streits steht die Umweltgenehmigung. Aktivisten behaupten, das Unternehmen wolle weiter nach fast zwei Jahrzehnte alten Grenzwerten arbeiten, statt die besten verfügbaren Techniken zum Schutz der Umwelt zu übernehmen. Das Unternehmen wiederum weist die Vorwürfe zurück und behauptet, die „Emissionen lägen unter den gesetzlichen Grenzwerten".

Und genau hier liegt der Knoten der ganzen Geschichte. „Unter den gesetzlichen Werten" kann wahr sein und dennoch schmutzige Luft bedeuten - wenn das Gesetz selbst auf den Verursacher zugeschnitten ist und nicht auf den Bürger, der diese Luft atmet. Die Frage ist nicht, ob Usje die Regeln einhält, sondern ob die Regeln den Skopjer überhaupt schützen. Wenn der Standard von 2007 ist, während Wissenschaft und Europa längst weitergingen, wer hat ein Interesse daran, dass dieser Standard eingefroren bleibt?

Skopje erstickt seit Jahren unter einem der am stärksten verschmutzten Himmel des Kontinents. Jeden Winter dieselbe Geschichte, jeden Sommer dieselben Versprechen. Der Marsch am 23. Juni wird die Luft nicht über Nacht reinigen, aber er stellt zumindest eine Frage, der die Institutionen hartnäckig ausweichen: Wessen Interesse zählt mehr - das der Fabrik oder die Lunge der Stadt?