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Vom Amulett gegen böse Geister zum meistfotografierten Detail: die Geschichte des Brautstraußes

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Vom Amulett gegen böse Geister zum meistfotografierten Detail: die Geschichte des Brautstraußes

Heute ist er das meistfotografierte Detail jeder Hochzeit, doch der Brautstrauß begann nicht als Schmuck - er begann als Amulett gegen böse Geister. Die Geschichte, wie ein Strauß Blumen vom Schutz zur Modeikone wurde, sagt viel darüber, wie sich unsere Überzeugungen ändern, während die Rituale bleiben.

Im antiken Griechenland und Rom trugen Bräute aromatische Kräuter - Lorbeer und Rosmarin - von denen man glaubte, sie schützten die Gemeinschaft und zögen Glück an. Im Mittelalter wurde die Schutzfunktion noch stärker: statt zarter Blüten kamen Knoblauch, kräftige Kräuter und Gewürze in den Strauß, gedacht, böse Geister und den bösen Blick abzuwehren. Der Strauß war damals keine Dekoration, sondern ein magischer Talisman.

Die Wende kam in der viktorianischen Epoche. Da wechselte der Strauß zum ersten Mal von der Funktion zur Ästhetik. Die sogenannte "Sprache der Blumen" entstand - die Praxis, Botschaften über bestimmte Blüten zu übermitteln - und die Gestecke wurden sorgfältig komponierte Werke, die das Kleid ergänzten und Gefühle ausdrückten. Im 20. Jahrhundert wurde der Strauß ein wesentlicher Teil des Brautlooks: frühe Entwürfe mit weißen Blumen in kleineren Formaten, später lockerere Stile mit lebhaften Farben, und in den Neunzigern eine Rückkehr zur raffinierten Schlichtheit.

Heute dreht sich alles um Personalisierung. Die Optionen reichen von minimalistischen Sträußen mit einer einzigen Blume über naturinspiriertes Grün bis zu dramatischen Kaskaden-Arrangements mit ungewöhnlichen Blüten. "Weiß ist die einzige Farbe, die nie aus der Mode kommt - sie ist klassisch, elegant und überdauert die Zeit", sagen Floristen. Trotz aller Trends besteht etwas Altes fort: Der Strauß ist noch immer ein Gegenstand, in den die Braut Bedeutung legt, auch wenn sie nicht mehr glaubt, dass er sie vor bösen Geistern schützt. Vielleicht ist gerade das das Schönste an Traditionen - sie überleben, auch wenn wir vergessen, warum sie begonnen haben.