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50 bis 100 Haare pro Tag, unabhängig von der Länge: die Zahl, die die Sommerpanik auflöst

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50 bis 100 Haare pro Tag, unabhängig von der Länge: die Zahl, die die Sommerpanik auflöst

Jeden Sommer dieselbe Panik - eine Bürste voller Haare, ein verstopfter Abfluss und der Schluss, dass die Haare ausfallen. Die Dermatologin Cristina de Hoyos sagt, zuerst müsse eine andere Frage beantwortet werden: Fallen die Haare überhaupt aus, oder brechen sie?

„Haarausfall und Haarbruch können nebeneinander bestehen, besonders im Sommer, aber es sind unterschiedliche Prozesse", erklärt sie. Beim Ausfall löst sich das Haar von der Wurzel. Beim Bruch bleibt der Follikel an Ort und Stelle, und das Haar selbst gibt irgendwo entlang seiner Länge nach. Der Unterschied ist nicht akademisch - das eine ist vorübergehend und saisonal, das andere bedeutet geschwächtes Haar, das eine völlig andere Pflege braucht.

Wie man den Unterschied erkennt

Katrina Riera rät, ein Haar aus der Bürste genau anzusehen. Hat ein Ende ein kleines weißliches Knötchen, hat sich das Haar vom Follikel gelöst - dann handelt es sich um echten Ausfall. Fehlt das Knötchen, ist es höchstwahrscheinlich Bruch. De Hoyos ergänzt: „wenn beide Enden dünn sind oder ausgefranst wirken, ist es höchstwahrscheinlich gebrochen".

Der zweite Hinweis ist die Länge. Bei normalem Ausfall sind die Haare so lang wie der Rest. Bei Bruch sind sie kurz und ungleichmäßig und kommen meist im Paket mit Spliss, rauer Textur, verlorenem Glanz und schwer entwirrbarem Haar. „Bruch zeigt sich meist als Haar, das an Qualität verliert, nicht an Menge", fasst die Dermatologin zusammen.

Die Zahl, die die Sommerpanik auflöst

Hier kommt der Wert, den man sich merken sollte: „Physiologisch verlieren wir zwischen 50 und 100 Haare pro Tag, unabhängig davon, ob das Haar lang oder kurz ist". Die Länge ändert nichts an der Zahl - sie ändert nur, wie viel Platz diese Haare einnehmen. Fünfzig Zentimeter wirken weit dramatischer als fünf. Riera bestätigt dasselbe: Dieselbe Zahl langer Haare erweckt den Eindruck eines weit größeren Verlusts.

Es gibt einen zweiten optischen Effekt. Ist das Haar lang und wird seltener gewaschen, bleiben bereits ausgefallene Haare tagelang hängen und kommen dann alle auf einmal unter der Dusche heraus. Es sieht nach plötzlichem Verlust aus. Ist es nicht.

Was das Haar im Sommer wirklich schädigt

Riera erklärt, dass Meersalz und Chlor aus Schwimmbädern die Haarfaser austrocknen und Trockenheit sowie Bruchneigung erhöhen. Dazu Glätteisen, Föhn auf hoher Stufe und straffe Frisuren - und der Schaden summiert sich. De Hoyos warnt, dass sich gegen Ende des Sommers zwei Dinge überlagern können: mehr Bruch durch geschädigte Haarschäfte und ein vorübergehend erhöhter saisonaler Ausfall.

Die Fehler sind vorhersehbar. Erstens zu seltenes Waschen - der Sommer bringt Schweiß, Salz, Chlor, Sand und Sonnencremereste, und langer Kontakt reizt die Kopfhaut. Zweitens stundenlang feuchte Haaransätze: Trotz der Hitze verlängert die Luftfeuchtigkeit das Trocknen. Drittens zu viel Hitze aus Geräten auf einer Faser, die von Sonne und Meerwasser bereits ausgetrocknet ist.

Praktisch: Hut oder Kappe für weniger Strahlung, Sonnenschutz fürs Haar und feuchtigkeitsspendende Masken, sofortiges Spülen mit Süßwasser nach dem Baden, Entwirren von den Spitzen nach oben und weniger straffe Frisuren.

Wann es nicht mehr saisonal ist

Saisonaler Ausfall dauert sechs bis zwölf Wochen und kann vor dem Herbst beginnen. Dauert er länger als drei Monate, hat die Dichte sichtbar abgenommen oder scheint die Kopfhaut durch, ist es Zeit für eine Untersuchung. De Hoyos nennt weitere Zeichen: ein breiter werdender Scheitel, klare kahle Stellen, Juckreiz, Schmerz, Entzündung oder Schuppung. Eine Untersuchung lohnt auch, wenn der Ausfall mit Anämie, hormonellen Veränderungen, einer kürzlichen Erkrankung, deutlichem Gewichtsverlust oder starkem Stress zusammenfällt.

Der wichtigste Satz des ganzen Textes ist der letzte der Dermatologin: Bruch und Ausfall aus dem Follikel verlangen unterschiedliche Behandlungen. Eine Maske verbessert die trockene Faser, bewirkt aber nichts, wenn das Problem im Haarzyklus liegt. Also erst die Diagnose, dann die Flasche - die Industrie bietet meist die umgekehrte Reihenfolge an.