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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Serbiens Präsident Aleksandar Vučić ist als Gastkolumnist bei Fox News aufgetreten - mit einem Text, der direkt an Donald Trump gerichtet ist. Keine alltägliche Entscheidung: ein europäischer Präsident mit jahrzehntelanger anti-amerikanischer politischer Identität schreibt für eine rechte US-Medienplattform. Das Signal ist klar, aber die Interpretation verlangt etwas Arbeit.
Der Text ist als klassischer diplomatischer Flirt geschrieben. „Serbien, das jahrzehntelang tief verwurzelte Vorbehalte gegenüber den USA hatte, ist den umgekehrten Weg gegangen als andere europäische Nationen, die Amerika kritisieren", schreibt Vučić. Übersetzt: Wir sind nicht wie Deutschland oder Frankreich. Wir kritisieren euch nicht. Das ist der Satz, den Trump zuerst lesen soll.
Trump selbst schmeichelt Vučić mit einer intellektuellen Note. „Aus meiner Erfahrung ist er in bilateralen Treffen respektvoll - das Gegenteil der Karikatur eines aggressiven Trump. Serbien sieht ihn als Friedensstifter, nicht als Kriegstreiber." Das ist die Strategie, die bei Premier Viktor Orbán in Trumps erster Amtszeit funktionierte - und Vučić will offensichtlich eine ähnliche Verbindung.
Im Wirtschaftsteil wird es konkret. Vučić nennt „eine der höchsten BIP-Wachstumsraten Europas" und Serbiens bedeutende Lithium-Reserven - entscheidend für die industrielle Unabhängigkeit des Westens von China. Ein gewaltiges Angebot. Die Lithium-Vorkommen in Jadar (bei Loznica) gehören zu den größten Europas, und Vučić legt sie als Trinkgeld in einem potenziellen Handelsdeal auf den Tisch.
Es gibt auch eine kulturelle Schicht. „Die Serben erkennen in Trump jemanden, der nationale Souveränität über gesichtslose Bürokratie stellt und die Bedeutung des kulturellen Erbes versteht - Werte, die mit der serbischen Identität resonieren." Für viele serbische Bürger eine Beleidigung, die in diesem Satz die Projektion von Vučićs politischer Identität auf das ganze Land sehen. Aber für Trump ist es ein designter Kuss.
Die offene Frage - was bekommt Serbien? Vielleicht sehen wir in 30 bis 60 Tagen einen konkreten Schritt. Vielleicht gar nichts. Vučićs Diplomatie ist oft performativ - Erklärungen, Reisen, Flirts - während konkret unterzeichnete Dokumente seltener sind. Aber allein die Tatsache, dass ein serbischer Präsident in einer Phase, in der Kosovo, die Bosniaken und KFOR alle in Bewegung geraten, in Fox News schreibt - das ist ein Signal, das in Sarajevo, in Pristina und in Brüssel gelesen wird.
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