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Amerika lehnt Visa für Menschen ab, die Angst vor Verfolgung zu Hause angeben: lüge fürs Visum oder sag die Wahrheit und bleib zu Hause

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Die USA führen ein neues Visumverfahren ein, das in der Praxis auf eine einfache Regel hinausläuft: Wenn Sie irgendeine Unannehmlichkeit in Ihrem Heimatland hatten oder befürchten - Sie bekommen das Visum nicht.

Diese Woche schickte das State Department eine Direktive an alle US-Botschaften und Konsulate. Die neuen Pflichtfragen lauten: "Haben Sie im Land Ihrer Staatsbürgerschaft oder Ihres letzten Wohnsitzes Schaden oder Missbrauch erlebt?" und "Befürchten Sie Schaden oder Missbrauch bei Rückkehr in Ihr Heimatland?"

Damit das Verfahren fortgesetzt wird, muss der Antragsteller beide Fragen mit "Nein" beantworten. Ziel ist es zu verhindern, dass Touristenvisa nach Einreise in die USA für Asylanträge genutzt werden.

"Konsularbeamte sind die erste Verteidigungslinie der nationalen Sicherheit der USA", sagte ein Sprecher des State Department. Klingt logisch. In der Praxis heißt das aber: Jeder Bürger eines Landes mit realem politischen oder sozialen Druck - Türkei, Iran, Russland, Teile des Balkans, Afrika, Lateinamerika - steht vor der Wahl: lügen für das Visum oder die Wahrheit sagen und zu Hause bleiben.

Was bedeutet das für Nordmazedonien? Kurzfristig wenig, weil mazedonische Bürger nicht massenhaft amerikanisches Asyl beantragen. Aber die Symbolik zählt. Amerika ist nicht mehr "willkommen für die in Not". Das ist eine direkte Botschaft. Im Kontext dessen, wie die USA heute über Deutschland und Europa sprechen, ist es ein weiteres Signal: Washingtons Welt ist eine Welt harter Grenzen, nicht offener Türen.

Für Balkan-Familien, die Kinder zum Studium oder zur Arbeit in die USA schicken, ist dieser Schnittpunkt mit der humanitären Politik des State Department eine Botschaft. In Trumps neuer Welt kann auch ein gewöhnlicher Tourist abgewiesen werden, weil er ein "kompliziertes Leben" zu Hause hat. Wer sind wir, um ein kompliziertes Leben zu definieren? Offenbar nicht mehr wir.