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Belfast, Schweden, Brüssel... Lernt Mazedonien die Lektionen, die die Geschichte schon geschrieben hat?

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Belfast, Schweden, Brüssel... Lernt Mazedonien die Lektionen, die die Geschichte schon geschrieben hat?

Niemand kann die Zukunft besser vorhersagen als die Geschichte. Sie ist der einzige Zeuge, der die Folgen der Entscheidungen, die Menschen über die Jahrhunderte trafen, bereits gesehen hat.

Die Geschichte lehrt uns, dass kein Staat je schwächer wurde, weil er zu viele junge, gebildete und arbeitsfähige Menschen hatte. Im Gegenteil: Staaten begannen an Kraft zu verlieren, als sie ihr eigenes Humankapital verloren, als die Jungen gingen und die Institutionen es nicht schafften, die Bedingungen zu schaffen, damit sie blieben und die Zukunft zu Hause bauten.

Heute, da Mazedonien einem ernsten demografischen Rückgang und der Abwanderung gegenübersteht, lohnt sich ein Blick auf die Erfahrungen anderer Länder.

Deshalb ist die wichtigste Lektion einfach: Ein Staat, der nicht in seine Menschen investiert, wird früher oder später Menschen anderswo suchen müssen. Und das ist eine Lektion, die die Geschichte unzählige Male wiederholt hat und die niemand besser erklären kann als die Geschichte selbst.

Heute sieht sich Europa immer öfter mit den Folgen unkontrollierter Migration, unzureichender Integration und fehlerhafter Demografiepolitik konfrontiert. Belfast, Teile Schwedens, Brüssel und viele andere europäische Städte zeigen, wie schnell soziale Spannungen entstehen können, wenn ein Staat keine langfristige Strategie hat.

Deshalb muss Mazedonien aus den Erfahrungen anderer lernen. Statt fremde Fehler zu wiederholen, sollten wir die Bedingungen schaffen, damit die Jungen bleiben, Familien gründen und die Zukunft hier bauen.

Wenn Mazedonien ohne junge Menschen dasteht, darf die Lösung nicht sein, sich mit ihrem Weggang abzufinden, sondern um ihre Rückkehr zu kämpfen.

Es stimmt, dass jede Wirtschaft Arbeitskräfte braucht und dass jemand am Ende die leeren Stellen füllen muss. Doch die wahre Frage ist, warum Tausende junge Mazedonier jedes Jahr das Land verlassen. Statt darüber zu reden, wer sie ersetzt, müssen wir darüber reden, wie man sie zurückholt und warum sie gehen.

Bevor wir darüber reden, wer die abwandernden Jungen ersetzt, müssen wir uns fragen, warum sie überhaupt gehen.

Die Gründe sind wohlbekannt und die Bürger spüren sie jeden Tag: niedrige Löhne im Vergleich zu Europa, begrenzte Aufstiegsmöglichkeiten, die Politisierung der Institutionen, Korruption, ein Gefühl der Ungerechtigkeit, Umweltverschmutzung, Probleme in Gesundheit und Bildung sowie das Misstrauen, dass sich die Dinge zum Besseren wenden können.

Viele junge Menschen verlassen Mazedonien nicht, weil sie ihr Land nicht lieben, sondern weil sie ein besseres Leben, mehr Sicherheit und eine klarere Zukunft für ihre Familien wollen. Sie gehen dorthin, wo sie glauben, dass Anstrengung mehr geschätzt wird, Gesetze für alle gelten und es mehr Möglichkeiten für persönliche und berufliche Entwicklung gibt.

Deshalb ist die wahre Frage nicht, wer die abwandernden Jungen ersetzt, sondern was der Staat tun muss, damit sie bleiben. Wenn wir die Gründe für die Abwanderung nicht beseitigen, verlieren wir jedes Jahr neue Generationen, und das Problem wird immer größer.

Mazedonien sollte nicht mit anderen Staaten darum konkurrieren, wie viele Arbeitskräfte es importieren kann, sondern darum, wie viele seiner eigenen Bürger es halten und nach Hause zurückholen kann.

Niemand hat das Recht, die Zukunft Mazedoniens in die falsche Richtung zu lenken. Keine Regierung, kein Politiker, keine Generation darf sich damit abfinden, dass die Jungen gehen und der Staat Ersatz für sie sucht.

Mazedonien wird nicht von Statistiken gebaut, sondern von Menschen. Sein größter Wert sind nicht die natürlichen Ressourcen, sondern junge, gebildete und fähige Bürger. Deshalb ist es die Pflicht jeder Regierung, die Bedingungen zu schaffen, damit sie bleiben, zurückkehren und ihre Zukunft hier bauen.

Der richtige Weg ist nicht, die Abwanderung als unvermeidlich hinzunehmen, sondern die Ursachen zu bekämpfen, die die Jungen zum Gehen treiben. Die Geschichte erinnert sich an die Staaten, die ihre Menschen hielten, nicht an jene, die sich mit ihrem Weggang abfanden.

Das Schicksal Mazedoniens sollten seine Bürger gestalten, vor allem die jungen Generationen, die in den kommenden Jahrzehnten leben, arbeiten und das Land entwickeln werden.