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Korsika: ein ins Meer versunkener Berg, mit Straßen, die unmöglich, aber unvergesslich sind

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Korsika: ein ins Meer versunkener Berg, mit Straßen, die unmöglich, aber unvergesslich sind

Es gibt eine Insel im Mittelmeer, die die Franzosen "die Insel der Schönheit" nennen und die sich am besten als ein ins Wasser versunkener Berg beschreiben lässt. Korsika ist französisches Gebiet mit einem Herzen, das auf Italienisch schlägt - mit einer eigenen Sprache, die dem Italienischen näher ist als dem Französischen - und mit Straßen, die fast unmöglich, aber gerade deshalb unvergesslich sind. Das ist kein Ziel für Eilige.

Die Reise beginnt meist in Bastia, mit seinem alten Hafen, umringt von Fischerhäuschen und historischen Palästen. Von dort steigt die Halbinsel Cap Corse empor - dramatische Klippen, kristallklare Buchten und alte Wachtürme - neben der Wüste Agriates mit weiten Wiesen und felsigen Graten. Weiter reihen sich Saint-Florent mit einem historischen Kern aus dem 15. Jahrhundert und L'Île-Rousse mit einem Markt im römischen Stil, ideal für lokale Produkte.

Das Landesinnere und der Westen bergen die größten Überraschungen. Calvi erhebt sich mit einer Zitadelle aus dem 13. Jahrhundert über dem Meer, aristokratisch im Charakter. Ajaccio, Napoleons Geburtsstadt, bietet ein Museum mit einer bedeutenden Sammlung italienischer Kunst, Hipster-Cafés und Galerien. Und der rötliche Archipel der Sanguinaires-Inseln, aus Porphyrgestein gebaut, ist einer jener Anblicke, die im Gedächtnis bleiben.

Im Süden nimmt das Meer "unmögliche" Blautöne an, in Buchten wie Roccapina und Saint-Jean, und die Festung Bonifacio, schon 828 gegründet, hängt an 70 Meter hohen Wällen über den Wellen, mit Blick bis nach Sardinien. Porto-Vecchio wiederum ist das luxuriöse Gesicht der Insel - ein Hafen voller Yachten und korsischer Glamour in seiner reinsten Form.

Doch die wahre Seele Korsikas liegt im Handwerk. In Dörfern wie Pigna und Levie arbeiten noch Meister - Hersteller traditioneller Musikinstrumente, Töpfer mit vierzig Jahren Erfahrung, Messermacher, die Ziegenhorn in Olivenöl behandeln. Durch das Restonica-Tal windet sich die Straße zwischen Felswänden und einem rauschenden Fluss, während der Gipfel des Monte Cinto auf fast 2.000 Meter steigt, mit Hängen, die fast senkrecht zum Meer abfallen.

Korsika ist klein - etwa 50 Kilometer von Ost nach West, 185 von Nord nach Süd - doch auf dieser bescheidenen Fläche versammelt es mehr Vielfalt als viele weit größere Länder. Vielleicht ist gerade das der Punkt: Manche Orte misst man nicht in Kilometern, sondern darin, wie viel Zeit es wert ist, ohne Eile auf ihnen zu verbringen.