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Mickoski: In 20 Jahren könnten uns 250.000 Einwohner fehlen - fast halb Skopje

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Mickoski: In 20 Jahren könnten uns 250.000 Einwohner fehlen - fast halb Skopje

Hinter jeder Wirtschaftsstatistik über Wachstum und Investitionen steht eine Frage, die keine Regierung laut aussprechen will: Wer wird in 20 Jahren hier arbeiten und wer hier leben? Premierminister Hristijan Mickoski hat sie nun offen gestellt - in 15 bis 25 Jahren könnten Mazedonien 250.000 Einwohner fehlen.

Die Demografie ist zu einer der ernstesten wirtschaftlichen Fragen des Landes geworden, gibt der Premier zu. Hinter der Zahl von einer Viertelmillion Menschen steht ein bekanntes Trio von Ursachen: eine sinkende Geburtenrate, die Abwanderung der Jugend und ein wachsender Arbeitskräftemangel, der bereits Unternehmen im ganzen Land trifft. Das ist kein Problem der Zukunft - es klopft bereits an die Tür.

Die Zahl ist erschreckend, wenn man sie in die Realität übersetzt: 250.000 Menschen sind fast die Hälfte der Bevölkerung von Skopje. Leere Dörfer, geschlossene Schulen, Fabriken, die Arbeiter suchen, die es nicht gibt, ein Rentensystem, das sich auf immer weniger Schultern stützt. Der Balkan lebt das seit Jahrzehnten - die Jungen gehen dorthin, wo man sie schätzt, und zu Hause bleiben nur die Statistiken und die Versprechen.

Es ist leicht, das Problem zuzugeben; schwerer ist es, etwas dagegen zu tun. Die Frage, die Mickoski nicht beantwortete, ist die wichtigste: Was tut der Staat konkret, damit die Jungen bleiben? Denn solange die Antwort darauf "wir analysieren" lautet, fliegen und fahren die Flugzeuge und Busse nach Deutschland weiter voll davon. Demografie wartet nicht auf Analysen - sie misst sich in den Menschen, die bereits gegangen sind.