Mazedoniens Wasserfälle versiegen still: der Preis eines Ökozids, für den niemand geradesteht
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23.04.2026
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12.04.2026
Es gibt Zuhause, die so eingerichtet sind, dass sie auf einem Foto gut aussehen, und es gibt Zuhause, die so eingerichtet sind, dass man laut darin lebt, ohne Scham und ohne leere Wand. Das Dachgeschoss von Alaska und Mario Vaquerizo in Madrid - ihr „blaues Haus“ - gehört zweifellos zu Letzteren. Es ist kein Zuhause im klassischen Sinn; es ist ein Privatclub, ein Raum, um das Leben zu feiern, getrennt vom rosa Haus drei Stockwerke tiefer, wo das Paar tatsächlich wohnt.
Das Erste, was einen trifft, ist die Farbe. Elektrisch blaue Wände und eine mit Spiegeln verkleidete Decke, sodass sich der ganze Raum vervielfacht, wenn man nach oben blickt. Der Boden im Animal-Print, die Polster in Zebra und Leopard, an den Wänden hängen Wandteppiche mit Landschaftsmotiven. Das ist kein Zuhause, das flüstert - es schreit, und zwar absichtlich.
Die Details sind übereinandergehäuft nach einer Logik, die Alaska selbst das Gegenteil von Minimalismus nennt. Fluoreszierende Glasvasen in Limette, Orange und Rot, über die Decke verstreute Discokugeln, Neonschilder und alte Glücksspielautomaten. Gerahmte Retro-Fotografien mit Rahmen in Gold und Glanz, Reproduktionen von Souvenirs, Porzellanteller mit den Gesichtern von Marilyn Monroe und Pamela Anderson. Mittendrin - Originalölgemälde von Juan Gatti.
Der Raum ist in Zonen mit „Möglichkeiten“ unterteilt, wie Alaska es nennt, statt in klassische Zimmer. Es gibt einen Spielbereich mit einem Automaten neben einer falschen Bäckertheke, eine Küche und eine Bibliothek-Büro mit einer imposanten Sammlung von Kunstbüchern - von Caravaggio und griechischer Architektur bis zur Handlesekunst. Kristalllüster hängen über Plastik-Hotdogs und -Eis; Werbeplakate für Patatas bravas stehen neben religiösen Ikonen - die Muttergottes von Fatima, mexikanische heilige Herzen, Porzellantiger.
Hinter dem ganzen Chaos steht eine klare Philosophie. „Minimalismus lässt dich nackt; Überfülle ist viel einladender“, sagt Alaska. Für sie ist jeder Gegenstand nicht nur ein Gegenstand - sondern eine Bedeutung und eine Erinnerung. „Ich bin sehr materialistisch - ich liebe Dinge, aber nicht um der Sache selbst willen, sondern wegen ihrer Bedeutung und der Erinnerung.“ In diesem Zuhause ist nichts zufällig verstreut; alles trägt eine Geschichte.
Und hinter der Ästhetik steht auch etwas Wärmeres. Nach 27 gemeinsamen Jahren sagt Alaska, dass schon allein der Wunsch, weiter mit derselben Person zusammen zu sein, ein Geschenk ist. Das blaue Haus ist nicht nur eine Bühne für Gäste - es ist die gemeinsame Sprache zweier Menschen, die sich eine Welt genau so gebaut haben, wie sie sie wollen. Für den Balkanleser, der „sauber und neutral“ als einzigen guten Geschmack gewohnt ist, ist dieses Zuhause eine Erinnerung daran, dass Geschmack persönlich ist - und dass ein überfülltes Zuhause mit Seele einen manchmal mehr wärmt als ein vollkommen leeres.
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