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Angelov: Die Brände werden gelegt, um Holzdiebstahl zu verdecken - und Skopje erstickt wieder im Rauch

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Angelov: Die Brände werden gelegt, um Holzdiebstahl zu verdecken - und Skopje erstickt wieder im Rauch

Skopje bekommt heute Abend wieder keine Luft. Der Wind trägt Rauch von einem großen Waldbrand an der Grenze zum Kosovo heran, beim Dorf Gračani, mit einer mehrere Kilometer langen Feuerlinie, die sich über mazedonisches und kosovarisches Gebiet zieht. Anwohner melden Atembeschwerden und gereizte Augen. Schlafen bei offenem Fenster ist seit mehreren Nächten keine Option.

Die Direktion für Schutz und Rettung nennt die Lage alarmierend. Das Krisenmanagementzentrum registrierte allein bis 18 Uhr 23 Brände im Freien, acht davon aktiv. Am kritischsten ist es in Gjorče Petrov, Makedonski Brod, Struga sowie Mavrovo und Rostuša. Im Einsatz: Hubschrauber des Innenministeriums, Löschflugzeuge, Geländefahrzeuge und freiwillige Feuerwehrteams aus mehreren Städten.

Feuer fällt nicht vom Himmel

Behördenchef Stojanče Angelov sagte, was von offizieller Seite selten gesagt wird: Ein großer Teil dieser Brände wird absichtlich gelegt. Und er nannte das Motiv - Profit und das Verwischen von Spuren des Holzdiebstahls. Das Feuer trete, so Angelov, oft genau dort auf, wo der Wald zuvor abgeholzt wurde, wo trockene Äste und Vegetation auf den Schlagflächen die Ausbreitung erleichtern.

Beim Dorf Nogaevci nahe Veles, in der Gemeinde Gradsko, brannte ein Kiefernwald und erzeugte eine pilzförmige Rauchsäule, sichtbar von der Autobahn. Anwohner erzählten Angelov, derselbe Abschnitt sei in den vergangenen Tagen mehrfach angezündet worden. Nicht einmal - mehrfach. Das ist kein Unglück mehr, das ist ein Zeitplan.

Was „eine entsprechende Anzeige wird folgen“ bedeutet

Die Polizei sucht die Täter. In der Region Struga, auf der Landstraße zwischen Zagračani und Dolna Belica, wurde ein 85-jähriger Mann festgenommen, weil er beim Ort „Lok“ ein Feuer gelegt hatte. Eine Festnahme, rund zwanzig aktive Brandherde. Dieses Verhältnis sagt alles darüber, wie schwer Waldbrandstiftung nachzuweisen ist in einem Land, in dem jeder zweite Brand mit hohen Temperaturen erklärt wird.

Und die Temperaturen sind real - nächste Woche bringt erneut 36 Grad und Wind. Aber Hitze zündet keinen Wald an. Hitze erleichtert nur die Arbeit derer, die es tun.

Die Einsatzkräfte vor Ort

Bei Ramno auf der Skopska Crna Gora gibt es einen Brand, bei dem der Verdacht auf Brandstiftung stark ist. Bei den Struga-Dörfern Oktisi und Podgorci brennt Misch- und Kiefernwald. Bei Selci und Lokov war ein Löschteam der Behörde im Einsatz, gebildet aus freiwilligen Feuerwehrleuten aus Bitola - Menschen, die dafür nicht bezahlt werden und sich durch eine dicke Schicht trockener Äste und Blätter in schwer zugänglichem Gelände arbeiten.

Aktive Brandherde gibt es auch bei Belica in Makedonski Brod, bei den Kičevo-Dörfern Tajmište und Dobrenoec sowie an brennenden Deponien in Štip. Angelov sagt, die Einsatzkräfte seien erschöpft. Das ist keine Floskel - das ist das Eingeständnis, dass das System auf Reserve läuft.

Wer trägt die Verantwortung?

Wenn das Motiv wirklich die Vertuschung von Holzdiebstahl ist, dann sind diese Brände kein Problem der Feuerwehr. Sie sind die Folge von etwas, das viel früher hätte gestoppt werden müssen - von der Forstpolizei, von den Inspektionen, von denen, die Fällgenehmigungen ausstellen. Die Feuerwehr löscht die Folge. Die Schlagfläche ist die Ursache, und sie liegt dort monatelang, bevor etwas brennt.

Jedes Jahr wird dieselbe Geschichte erzählt, als wäre sie ein Wetterereignis. Jedes Jahr werden die erschöpften Einsatzkräfte als Helden fotografiert, was sie auch sind. Und jedes Jahr bleibt die Frage offen, wer diesen Wald gefällt hat, bevor er brannte. Denn die Antwort verlangt eine Ermittlung, keinen Hubschrauber.