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Das Brautkleid, das man auch nach der Hochzeit trägt: ein zweiteiliges Design statt einer Kiste auf dem Dachboden

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Das Brautkleid, das man auch nach der Hochzeit trägt: ein zweiteiliges Design statt einer Kiste auf dem Dachboden

Das Brautkleid ist das Kleidungsstück mit der kürzesten Lebensdauer der Welt - einmal getragen, fotografiert, dann in eine Kiste auf dem Dachboden, um über Jahrzehnte Staub anzusetzen. Eine Braut aus Andalusien beschloss, diese Regel zu brechen, und ihre Entscheidung war eher praktisch als sentimental. Das Ergebnis ist ein Kleid, das auch nach der Hochzeit weiterlebt.

Belén, die in Sanlúcar de Barrameda Gonzalo heiratete, wählte ein zweiteiliges Design, das sich trennen lässt. Das Oberteil ist ein ärmelloses Korsett mit Knitter-Crêpe-Effekt. Das Unterteil - ein Organza-Rock, der sich später auch allein tragen lässt. Für die Zeremonie hatte sie zudem einen abnehmbaren Umhang mit Schleppe. „Ich wollte ein zweiteiliges Design, damit es meine Taille betont, bequem ist und ich die Teile später getrennt tragen kann“, erklärte sie.

Nach der Zeremonie nahm sie den dramatischen Umhang mit der Schleppe ab, und der ganze Look verwandelte sich in ein elegantes Korsett, passend für das Bankett. Ein Kleid, zwei Leben - kein Umziehen nötig, kein zweites Teil, das im Schrank wartet. Der modulare Ansatz ist eine stille Rebellion gegen eine Industrie, die davon lebt, dass jedes Teil nur ein einziges Mal dient.

Für den Leser auf dem Balkan ist das keine Kleinigkeit. Hochzeiten sind hier eine ernste Sache - finanziell und familiär. Ein Kleid, das man danach weiterträgt, der Schmuck der Großmutter zu einer Halskette umgearbeitet, Schuhe, die nicht in einer Kiste enden - das ist kein Sparen aus Armut, sondern ein Verstand, der in einer Welt, die uns zum Wegwerfen drängt, noch immer Wert hat. Das teuerste Kleid ist nicht das, das am meisten gekostet hat, sondern das, das am wenigsten getragen wurde.