Skip to content

Brent durchbricht 105 Dollar: USA-Iran-Gespräche geplatzt, Analysten warnen vor 150 im schlimmsten Fall

1 Min. Lesezeit
Teilen

Brent-Rohöl zur Lieferung im Juli - 105,76 Dollar pro Barrel. Über vier Prozent Anstieg an einem Tag. Erst vergangene Woche fiel der Preis auf 96 Dollar, als noch Hoffnung auf eine diplomatische Lösung der Spannungen zwischen den USA und Iran bestand. Jetzt - die Realität schlägt zurück.

Die Gespräche um die Straße von Hormus zeigten „wenig Fortschritt". Donald Trump bezeichnete die letzte iranische Antwort als „völlig inakzeptabel" und legte die Drohungen zurück auf den Tisch. Iran wiederum lehnte den US-Vorschlag ab. Benjamin Netanjahu erklärte, der israelische Konflikt werde „andauern", bis die Frage des iranischen Atomprogramms gelöst sei.

Analysten betonen - das ist kein kurzfristiger Preis. Die Krise kann andauern. Sollte die Meerenge vollständig geschlossen werden - ein Szenario, das nicht unmöglich ist - prognostizieren die Analysen einen Preis von 150 Dollar pro Barrel. Das wären weitere 40 Prozent über dem aktuellen Niveau. Globale Rezession. Und noch höhere Preise für alles - von Diesel über Mehl bis zu Ersatzteilen.

Warum die Straße von Hormus? Weil ein „erheblicher Teil" des globalen Öl- und Gasexports durch sie verläuft. Zwischen 10 und 12 Millionen Barrel täglich. Schließt sie, verliert nicht nur Iran den Export. Alle Exportländer am Golf - Saudi-Arabien, die VAE, Kuwait - sitzen fest.

Für den Balkan ist das ein direkter Schlag. Unser Öl wird über griechische und mediterrane Routen eingeführt - der Preis aber ist global. Wenn Brent 105 Dollar durchbricht, steigt der Dieselpreis an den Tankstellen innerhalb von 7 bis 10 Tagen. Der Transport wird teurer. Die Lebensmittel werden teurer. Alles wird teurer.

Ein weiterer Verlierer - südkoreanische Aktien, die einbrachen. Koreanische Konzerne hängen an stabilen Exporten, und eine Reihe von Branchen ist mit Energie verbunden. Wenn der Ölpreis unstabil ist, fliehen Investoren aus Aktien energieintensiver Unternehmen.

Mazedonien hat keine eigenen Ölreserven in einer Größenordnung, mit der es reagieren könnte. Auch keine nennenswerten strategischen Reserven. Steigen die globalen Preise, zahlen unser Haushalt und unsere Bürger mit - mit einer oder zwei Wochen Verspätung. Das ist der Preis eines globalen Konflikts, an dem wir nicht beteiligt sind - der uns aber nicht in Ruhe lässt.