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IATA: Flugtickets in Europa werden wegen Kerosin unweigerlich teurer

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Die Internationale Luftverkehrsvereinigung (IATA) hat offiziell ausgesprochen, was die Branche längst durchrechnet: Flugtickets in Europa werden unweigerlich teurer. Der Grund: steigende Kerosinpreise wegen der Spannungen mit Iran und der geschlossenen Straße von Hormuz.

„Es gibt schlicht keinen Weg, wie die Fluggesellschaften die zusätzlichen Kosten auffangen können", sagte Willie Walsh, Generaldirektor der IATA, in einem BBC-Interview. Das ist der Moment, in dem ein Branchenchef die brutale Wahrheit ohne Schmuck sagt - kein „vielleicht", kein „in Zukunft", sondern „kein Weg".

Die Realität ist, dass einige europäische Airlines wegen der schwachen Nachfrage die Preise vorübergehend senken - der Sommer wird nicht wie 2024 oder 2025. Aber das ist eine kurzfristige Taktik. Was passiert nach dem Sommer? Die Preise springen, das ist der Konsens aller Analysen.

Für britische Fluggesellschaften gibt es noch ein Dilemma - ob es im Sommer genug Kerosin geben wird. ACI Europe (Internationaler Rat der Flughäfen, Europa) warnte im vergangenen Monat, dass EU-Flughäfen mit „systemischen Engpässen" beim Treibstoff rechnen müssen, wenn Hormuz nicht innerhalb von drei Wochen wieder geöffnet wird. Dieses Zeitfenster ist bereits abgelaufen.

Fluggesellschaften weltweit haben bislang allein in diesem Monat rund 13.000 Flüge gestrichen - das sind 2 Millionen ungenutzte Sitzplätze. Cirium, das führende Luftfahrt-Analyseunternehmen, bestätigt, dass sich die Branche an die neuen Bedingungen anpasst.

Für den Balkan - und für Mazedonien - bedeutet das einiges. Die Preise für Flüge nach Deutschland, Österreich, in die Schweiz und nach Italien werden 20-30 Prozent über dem aktuellen Niveau liegen. Zusätzlich werden unsere Diaspora-Reisende, die im Sommer regelmäßig nach Skopje und Ohrid fliegen, ihre Budgets neu kalkulieren. Hotels, die von der Diaspora leben - dort wird der Schmerz zuerst spürbar.

Und die Alternative? Die EU teilt mit, dass technisch nichts dagegen spricht, Kerosin aus den USA zu importieren. Ein Szenario, das funktionieren würde - aber mit hohen Kosten, die in die Ticketpreise fließen werden. Ohne schnelle Lösung in Hormuz wird Luftverkehr in diesem Sommer zum Luxus für die, die langfristig planen und bei Daten flexibel sind.

Wer auf „billige Luftfahrt" wartet - nein. Wir kommen in eine Zeit, in der das Flugticket wieder wird, was es in den 90ern war: teuer, selten, sorgfältig ausgewählt. Das ist keine Katastrophe. Das ist eine Veränderung. Und wir müssen uns anpassen.